Programm und Preise

Sonnabend, 28. Mai 15.30 Uhr: Eröffnung mit Filmemacherin Deborah Phillips 16 Uhr: Bonnie & Clyde (USA 1967) 18 Uhr: Schwarze Katze, weißer Kater (D/F/YU 1998) 20 Uhr: Musik – Ambient Salon 22 Uhr: Party – To Release From Custody 0 Uhr: Aelita (UdSSR 1924, Open Air)

Sonntag, 29. Mai 15.30 Uhr: Take care of my cat (Korea 2001) 17.30 Uhr: Papusza (PL 2013) 19.45 Uhr: Alki Alki (D 2015) 21 Uhr: Film Open Air, Titel steht noch nicht fest.

Preise an der Abendkasse vor Ort: fünf Euro für das ganze Wochenende ohne Party, zehn Euro für das ganze Wochenende mit Party

Anfahrt: Zu erreichen ist das Abaton über die Haltestelle Halberstädter Straße/ Leipziger Straße. Tagsüber fahren hier die Straßenbahnen der Linien 6, 9, 10 und 41, nachts die Buslinien N3, N4 und N5. Zu Fuß ist man rund fünf Minuten vom Hasselbachplatz in Richtung Sudenburg unterwegs. (ri)

Magdeburg l Bunte Graffiti an den Wänden haben dem Innenhof der Gefängniswerkstatt hinter dem Landgericht an der Halberstädter Straße ein ungewohntes Gesicht gegeben. In einer Ecke grünen für einen kleinen Garten die ersten Pflanzen. In der Mitte liegt noch ein großer Haufen Holz, die Hütte für den Einlass in der Schleuse zwischen den Gefängnismauern steht noch nicht an ihrem Platz. Bis Sonnabend ist noch einiges zu tun, und die Mitstreiter des Vereins Kulturanker legen jetzt schon Nachtschichten ein. Vereinssprecher Robert Gruhne ist aber überzeugt: „Bis Sonnabend schaffen wir das. Das war bei all unseren Veranstaltungen bislang der Fall.“

Und doch wird dieses Mal alles völlig anders sein. Denn wenn die Kulturanker-Leute diesen Sonnabend ihr Domizil eröffnen, handelt es sich nicht um ein Festivalgelände. Vielmehr ist es ihre Kreativwerkstatt, in der auch noch Platz für weitere Interessierte ist. An mehreren Wochenenden im Jahr öffnen die Nutzer des Geländes und des Werkstattgebäudes die Türen zu bestimmten Themen für die Besucher. Diesen Sonnabend und Sonntag ab 15 Uhr geht es dabei um Filme (siehe Infokasten). Organisiert hat dieses Programm Grit Horn. Robert Gruhne berichtet: „Wir haben zwei Bereiche in dem Werkstattgebäude hergerichtet, wo die Filme gezeigt werden können.“ Zum einen die Station in der großen Halle. Zum anderen den Pixel-Raum, der mit Kästen in Grün seinem Namen alle Ehre macht.

Fünf Kurzfilmpfade

Beim Filmwochenende gibt es zum einen mehrere Spielfilme. Mit dabei ist gleich zu Beginn aber auch Deborah Phillips, die mit einer Performance und kleinen Filmsequenzen die Besucher willkommen heißt. Und es gibt fünf Kurzfilmpfade. Mit Kopfhörern können die Besucher sich dann an Bildschirmen in der Werkstatthalle in kurze Stücke unabhängig vom Programm einstöpseln.

Bilder

Am Sonnabend gibt es am Abend nach den Filmen ab 20 Uhr Musik: Zunächst den Ambient Salon von „Toffee & Morkl“ aus Buckau, ab 22 Uhr dann die Eröffnungsparty „To Release From Custody“.

Ab 22 Uhr schlägt der erste Takt, der erste Beat, der erste Bass dieser Nacht ein und es darf endlich geraved werden!

Theater, Literatur und Musik

Die weiteren Wochenenden für dieses Jahr stehen vom 10. bis 12. Juni im Zeichen des Theaters, vom 14 bis 16. Juli geht es um die Literatur, für den Oktober ist ein Musikwochenende, für den November eine Kreativmesse und für Dezember ein Wochenende zu Weihnachten vorgesehen.

Mit der Namenswahl Abaton setzen die Initiatoren übrigens auf einen griechischen Ort der Götter. Zu verstehen ist dies wohl sowohl als Verweis auf die Besonderheit des Ortes, als auch auf den Anspruch, hier zwischen den öffentlichen Veranstaltungen in den Räumen kreative Ideen und neuartige Impulse entstehen zu lassen.

Führung durch Werkstätten

Schon im vergangenen Jahr mit von der Partie war Kathrin. Sie arbeitet im Justizvollzug und war 16 Jahre im Magdeburger Gefängnis beschäftigt. Zum Festival 2015 hatte sie die Menschen durch die alten Zellentrakte geführt. In diesem Jahr also in jeweils 20 bis 25 Minuten durch die Werkstätten samt Räumen, die für die Besucher sonst verschlossen bleiben – an diesem Wochenende zunächst um 16.30 und 18.30 Uhr. Sie sagt: „Die Besucher dürfen hier natürlich nicht erwarten, dass sie wieder Zellen zu sehen bekommen.“ Denn gemietet hat der Kulturankerverein vom Land allein den hermetisch vom eigentlichen Gefängnis getrennten Werkstattbereich.

Als Eingang werden die Besucher mithin auch nicht das Tor zum Gefängnis nutzen, sondern jenes, das für Lieferanten vorgesehen war. Es befindet sich von der Halberstädter Straße aus gesehen rechts vom neuen Anbau des Landgerichts am Ende einer kleinen Straße.

Weitere Informationen zum Programm gibt es unter unter www.facebook.com/kulturanker.