Neujahr

5 statt 26 Kubikmeter Müll nach Silvester

Die Magdeburger haben in der Silvester-Nacht wenig geknallt. Das spürte auch die Stadtreinigung.

Von Christina Bendigs

Magdeburg l Ein bisschen fassungslos haben die Mitarbeiter der Stadtreinigung am Neujahrstag um 8.15 Uhr auf dem Hasselbachplatz gestanden. Neujahr ist für die Stadtreinigung normalerweise ein Großkampftag. Der Hasselbachplatz ein beliebter Treffpunkt zum Böllern. Doch aufgrund der Corona-Bestimmungen und des Böllerverbots sieht der Hasselbachplatz Neujahr 2021 beinah besenrein aus, als die Mitarbeiter der Stadtreinigung anrücken. „Ist nichts“, sagt einer der Mitarbeiter und zuckt mit den Schultern, „ich dachte, zumindest ein bisschen Abfall würde herumliegen.“ Der Mitarbeiter scheint verwundert, freut sich dann aber: „Es wird ein entspannter Tag.“

Das bestätigt auch Andreas Stegemann als Chef der Straßenreinigung. „Man muss die Magdeburger loben, sie haben sich beim Böllern wirklich zurückgehalten“, sagt er. Nach Abschluss der Räumarbeiten haben die Mitarbeiter fünf Kubikmeter Müll eingefahren, das entspricht etwa einer Containerladung und einem Minimum dessen, was sonst am Neujahrstag wegzuräumen ist. „Im vorigen Jahr hatten wir 26 Kubikmeter und etwa 14 Tonnen Abfall“, erzählt er. Vor allem im Stadtzentrum sei sehr, sehr wenig geknallt worden. Einzig am Nicolaiplatz und am Neustädter Platz sei etwas mehr zu räumen gewesen. Die 19 Mitarbeiter mit den drei großen Kompaktkehrmaschinen, vier kleinen Kehrmaschinen, einem kleinen Fahrzeug zum Leeren von Papierkörben sowie zwei manuellen Brigaden konnten daher schon früher Feierabend machen. Gegen Mittag erklärt Andreas Stegemann, dass nun noch die Fahrzeuge gereinigt und für den Winterdienst vorbereitet werden, und dann geht es nach Hause, obwohl sonst Neujahr ein Arbeitstag mit mindestens acht Stunden ist und dieser bis in die Nachmittagsstunden dauert. Bedarf, andere Bereiche zu räumen, um den Tag zu füllen, habe es nicht gegeben.

Mit weniger Mitarbeitern als üblich hat Stegemann nicht kalkuliert. Denn Mitarbeiter aus dem Bereitschaftsdienst holen zu müssen, sei nicht praktikabel. Und hat dem Leiter und dem Team das Feuerwerk und dessen Hinterlassenschaften gefehlt? „Es ist so für die Mitarbeiter viel entspannter. Und es ist schöner, wenn man morgens durch die Stadt fährt und sie schon aufgeräumt aussieht“, sagt Stegemann.