Corona-Schnelltest

600 Magdeburger haben sich testen lassen

Etwa 600 Menschen ließen sich im Magdeburger Schnelltestzentrum auf das Coronavirus testen. Bei sieben Personen war der Test positiv.

Von Ivar Lüthe

Magdeburg l Die Nachfrage nach einem kostenlosen Schnelltest ist ungebrochen hoch. Innerhalb einer Woche haben sich etwa 600 Menschen im Schnelltestzentrum von Mitarbeitern des Universitätsklinikums Magdeburg auf das Coronavirus testen lassen. Bei sieben Personen wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen, bilanzierte Prof. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums, am Montag, 18. Januar 2021. Das entspreche einem Wert von etwa 1,1 Prozent der Getesteten.

Beim ersten Schnelltestangebot des Uniklinikums im Dezember auf dem Alten Markt waren bei mehr als 3000 Getesteten fast zwei Prozent Infizierte entdeckt worden. Angesichts derzeit leicht sinkender Infektionszahlen in Magdeburg – der Inzidenzwert liegt laut Stadt aktuell bei 78 – spiegele sich das Infektionsgeschehen auch im Schnelltestergebnis wider. Dies sei Grund zu vorsichtigem Optimismus, so Prof. Heinze. Ungeachtet dessen müsse weiter Vorsicht gelten.

Heinze und Trümper riefen erneut dazu auf, von dem Angebot Gebrauch zu machen. Vor allem diejenigen, die vorhaben, die besonders gefährdete Gruppe von Senioren zu besuchen, sollten sich zuvor testen lassen. Die angewandten Schnelltests seien sehr zuverlässig, so Heinze. Jeder positive Schnelltest sei bislang durch den überprüfenden PCR-Test bestätigt worden.

Zu den Ergebnissen des neuen Speicheltests, der parallel zu den Stäbchentests zum Einsatz kommt, wollte der ärztliche Direktor am Montag noch keine Aussagen treffen. Dazu müssten noch weitere Tests durchgeführt werden. Mehr als 1000 Tests sind dafür im ersten Durchgang geplant, hatte Bernhard Zinner, Geschäftsführer des Serumwerks Bernburg, vergangene Woche gesagt. Das Serumwerk vertreibt den Schnelltest und nutzt die Gelegenheit im Schnelltestzentrum, die Genauigkeit des Speicheltests wissenschaftlich zu überprüfen. Die Schnelltestaktion, die vergangene Woche gestartet wurde, ist auf insgesamt vier Wochen ausgelegt. Prof. Heinze geht davon aus, dass bei weiteren Tests bislang nicht entdeckte Corona-Infizierte gefunden werden.

Für einen kostenlosen Schnelltest ist keine Anmeldung erforderlich, das Uniklinikum bietet aber auf seiner Internetseite einen Online-Terminservice an, um eventuelle Wartezeiten zu vermeiden. Davon machen vor allem Jüngere Gebrauch, hieß es vom Uniklinikum. Ansonsten ist das Altersgefüge derjenigen, die das Testangebot nutzen, sehr durchmischt. Vom Kind bis zum Senior wird getestet.

Prof. Heinze und OB Trümper plädierten erneut dafür, dass Schnelltests möglichst schnell für jedermann zu haben sein sollten. Nur so sei es möglich, wieder mehr „Normalität“ in den Alltag bringen zu können. „Für mich ist es extrem wichtig, dass die Schulen möglichst schnell wieder öffnen können. Ansonsten bekommen wir ganz große Probleme“, sagte Prof. Heinze. Wenn medizinisches Personal nicht zur Arbeit kommen könne, weil die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist, bringe dies über kurz oder lang massive Probleme im ohnehin angespannten Klinikbetrieb.

Neben den Schnelltests wird verstärkt auf die Impfungen gesetzt. In den kommenden Tagen beenden die mobilen Impfteams ihre erste Impfrunde in den Magdeburger Altenheimen. Am Mittwoch, 20. Januar 2021, startet parallel dazu bereits die nötige Zweitimpfung in den Heimen, in denen direkt nach Weihnachten erste Bewohner und Personal geimpft worden waren. Die dafür nötigen Impfreserven hatte die Stadt vorsorglich angelegt.

Unterdessen hält die Stadtverwaltung an ihrem Plan fest, das Impfzentrum am 25. Januar 2021 für Erstimpfungen der über 80-Jährigen zu öffnen. Das werde jedoch zunächst noch auf „Sparflamme“ laufen müssen, so die zuständige Sozialbeigeordnete Simone Borris. Angesichts des ohnehin knappen Impfstoffes seien zu Beginn täglich nur 64 Impfungen möglich.

Für weitere Ungewissheit hatte am Freitagabend eine Meldung aus dem Sozialministerium gesorgt, dass Sachsen-Anhalt in den kommenden Wochen weniger Corona-Impfstoff erhalten werde als bisher geplant. Impfstoffproduzent Pfizer hatte erklärt, die bereits zugesagte Liefermenge für die nächsten drei bis vier Wochen nicht vollständig einhalten zu können. Was das konkret bedeutet, ist noch unklar. Klar sei lediglich, dass die für Dienstag, 19. Januar 2021, zugesagte Lieferung von 1950 Impfstoffdosen komme. Über die aktuelle Corona- und Impfsituation will OB Trümper am Dienstag in einer Pressekonferenz informieren.