Jagd auf Schwarzwild

65 Wildschweine in drei Stunden

65 Wildschweine, 30 Rehe und 6 Füchse - das ist die Bilanz der großen Treibjagd vor wenigen Tagen in Magdeburg.

Von Jana Heute 30.01.2017, 00:01

Magdeburg l Rund drei Stunden genügten, um den Bestand an Wildschweinen in den Magdeburger Revieren deutlich zu reduzieren. Das war auch das erklärte Ziel. „Wir hatten Glück“, sagt Kreisjägermeister Gerd Petzoldt im Volksstimme-Gespräch.

Das Wetter spielte mit an diesem Freitag, dem 20. Januar, an dem die gemeinsame Drückjagd anberaumt war. Gefrorene Böden machten es den Verfolgern leichter, das Wild durch Wald und Flur zu jagen. 80 Jäger und Schützen sowie 20 Jagdhunde nahmen hauptsächlich die Schwarzkittel ins Visier.

Für die Jagd auf Wildschweine gibt es keine Obergrenze. Die Population ist in den letzten Jahren auch im Stadtgebiet von Magdeburg rasant angewachsen. Die hungrigen Tiere rückten immer weiter in urbane Bereiche vor und richteten bei ihrer Nahrungssuche erhebliche Schäden an.

Die Landeshauptstadt, der Landesforstbetrieb, die DBU Naturerbe, die Teile des Biederitzer Buschs bewirtschaftet, und eine Pächtergemeinschaft hatten die revierübergreifende Drückjagd gemeinsam organisiert. Und das auf einer Fläche von insgesamt rund 1000 Hektar. „Das ist in dieser Form in Sachsen-Anhalt nicht selbstverständlich. Mein Dank gilt allen Beteiligten“, so Kreisjägermeister Petzoldt. Er sprach von einem vollen Erfolg. „Das ist das beste Ergebnis der letzten Jahre“, so Petzoldt zum Ausgang der Jagd.

Dass in wenigen Stunden so viel Schwarzwild vor die Flinte kam, sei auch dem Umstand geschuldet, dass „einfach sehr viele Tiere da sind“, sagt er. Der letzte Winter war so mild, dass die Tiere beste Bedingungen und Nahrung für ihre Entwicklung vorfanden. „Jetzt ist wieder Paarungszeit. Da geht es darum, den Bestand einzudämmen“, erläutert Petzoldt.

Bei der Jagd nahmen die Schützen hauptsächlich Frischlinge und sogenannte Überläufer (ein- bis zweijährige Jungtiere) ins Visier, auch einige Keiler waren darunter. Leitbachen und führende Bachen würden verschont. Es sei per Gesetz geregelt, dass keine Elterntiere erlegt werden dürfen. „Daran halten wir uns natürlich“, so Petzoldt.

65 Wildschweine konnten bei der gemeinsamen Treibjagd zur Strecke gebracht werden. Dazu 30 Rehe und 6 Füchse. Diese vornehmlich im Bereich Breitscheidstraße in Richtung Biederitz. Hier wurden stadtweit zuletzt die meisten Wildunfälle registriert. Deshalb habe man in diesem Schwerpunktgebiet unter anderem auch einige Rehe zur Strecke gebracht, sagt Petzoldt.

Unabhängig von der Großjagd am 20. Januar habe die Landesforst bereits um den Jahreswechsel zwei Treibjagden auf Wildschweine in der Kreuzhorst durchgeführt. Hier seien noch einmal 43 Schwarzkittel zur Strecke gebracht worden, ergänzt Petzoldt. Auch hier sei ein hohes Wildschweinaufkommen zu verzeichnen gewesen. Die Tiere pendelten regelmäßig zwischen Rotehornpark und Prester.

Denn Fakt ist: Im Stadtpark fühlen sich die Schwarzkittel seit Jahren immer wohler. Allerdings gibt es auf der grünen Elbinsel schon seit längerem keine Treibjagd mehr. Hier setzt man auf sogenannte Einzelansitze, bei der die Jäger individuell auf die Wildschwein-Pirsch gehen - abseits der belebten Wege. Bisher hat es dabei auch keine Probleme gegeben.

Bis Ende März läuft die Jagdsaison in den Magdeburger Revieren noch. Angesichts der bisher erzielten Abschüsse rechnet der Kreisjägermeister in diesem Jahr mit einer Rekordstrecke, also einer Rekordabschusszahl beim Schwarzwild.