Magdeburg l Die Landesaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge wird in Magdeburg in dieser Woche bezogen. Die Volksstimme beantwortet die wichtigsten Fragen.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Flüchtlinge, deren Asylverfahren erfahrungsgemäß komplexer und deren Bleibeperspektve unklar ist, werden in der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) in der Breitscheidstraße untergebracht, um dort das bisher übliche Asylverfahren zu durchlaufen. Das betrifft vor allem iranische, irakische und afghanische Asylsuchende, erklärt Bernd Diederichs, Leiter der LAE. Für rund 370 Asylbewerber ist derzeit im Herrenkrug Platz. Wie viele Flüchtlinge im Laufe der Woche einziehen, wird sich kurzfristig entscheiden.

Wer ist für die Betreuung zuständig?

Die Johanniter-Unfall-Hilfe will sich um die Sozialarbeit in der neuen LAE kümmern. Geplant ist, immer einen hauptamtlichen Mitarbeiter für 100 Flüchtlinge einzusetzen, berichtet Martina von Witten von den Johannitern. Den Anwohnern steht jederzeit ein direkter Ansprechpartner für Fragen und Probleme zur Verfügung. Vor Ort werden außerdem Mitarbeiter der Polizei und ein Wachdienst anwesend sein. Das Pförtnerhäuschen ist immer durch einen Wachschutz besetzt. Jeder Bewohner, Mitarbeiter oder Besucher wird am Eingang registriert und erhält einen Ausweis. Eine Ausgangssperre gibt es nicht.

Wird die Landesaufnahmeeinrichtung im Herrenkrug weiter ausgebaut?

Statt wie angedacht 1500 Plätze soll die LAE im Herrenkrug bedeutend kleiner werden. Die Kapazität soll auf 600 Plätze zurückgefahren werden. Insgesamt ist jetzt eine von ehemals vier Ausbaustufen betriebsbereit. Das Land hat vor, im nordwestlichen Teil des Geländes, Richtung Bahnlinie, die zweite Ausbaustufe zu errichten. Derzeit laufen die Planungen. Der Baubeginn steht noch nicht fest. In diesem Zusammenhang soll auch geprüft werden, den Durchgang unter der Bahnlinie zum Golfplatz wieder für die Anwohner zu öffnen.

Wie sind die Flüchtlinge untergebracht?

Die Häuser sind mit Elektroheizung, Doppelstockbetten, Tischen, Stühlen und Schränken sehr einfach ausgestattet. Da das große Gemeinschaftshaus noch nicht fertig ist, bekommen die Bewohner ihre Essenversorgung im Pförtnergebäude und nehmen sie dann in ihre Unterkünfte mit, um dort im Familienverbund zu speisen. Zusätzlich sind zentrale Küchen auf dem Gelände verteilt. Gleiches gilt für Toiletten, Duschräume und Waschmaschinen-/Trocknerräume, die bereits mit gespendeten Maschinen bestückt sind.