Magdeburg l Alle jüdischen Einrichtungen in Magdeburg werden auch weiterhin und bis auf Weiteres rund um die Uhr von der Polizei bewacht. Das erklärte ein Polizeisprecher am Freitag gegenüber der Volksstimme. 24 Stunden am Tag wird vor jeder Einrichtung mindestens eine Streifenbesatzung im Einsatz sein. Auch Denkmäler werden in die Streifen einbezogen.

So auch am 11. Oktober 2019 in der Gröperstraße. Dort befindet sich das Gemeindehaus der Synagogengemeinde Magdeburg. Und dort soll am Freitag ab 17.30 Uhr eine Mahnwache stattfinden. Dazu ruft das Bündnis gegen Rechts Magdeburg auf. "Mit unserer Mahnwache wollen wir ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit setzen. Zugleich rufen wir dazu auf, sich gemeinsam Antisemitismus und Rassismus entgegenzustellen. Wir laden alle Magdeburgerinnen und Magdeburger zur Teilnahme ein", heißt es.

Diesem Aufruf wollen auch die Kirchen folgen, teilte Diakon Wolfgang Gerlich mit. Gemeinsam mit dem Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Stephan Hoenen und Waltraud Zachhuber, Pfarrerin i. R. und Vorsitzende des Fördervereins zum Synagogenneubau, wolle man als Vertreter der Kirchen an dieser Mahnwache teilnehmen. "So wollen wir zum Ausdruck bringen, dass Antisemitismus in unserer Stadt keinen Platz finden soll und wir füreinander Sorge tragen. Menschen sollen in Magdeburg keine Angst haben müssen, wenn sie sich an den ihnen heiligen Orten zum Gebet einfinden wollen!", so Gerlich.

Um 18 Uhr beginnt im Gemeindehaus ein Gottesdienst zum beginnenden Shabat.

Am 9. Oktober 2019 hatte Neonazi Stephan B. in Halle zwei Menschen erschossen. Sein Ziel war die Synagoge in Halle, in der gerade bis zu 80 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Er wollte die Synagoge mit Waffengewalt stürmen. Stephan B. stammt aus Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz). Er wurde festgenommen.