Verkehr

Auffahrt zum Magdeburger Ring am Tunnel öffnet Mitte 2022

Ende 2022 sollen Autos durch den Tunnel am Magdeburger Hauptbahnhof fahren. Ein halbes Jahr früher könnte die Anschlussstelle am Magdeburger Ring frei sein.

Von Martin Rieß
Blick über die Tunnelbaustelle von der künftigen Ringabfahrt aus Richtung Süden in Richtung Stadtfeld. Die Stützwände sind fertig. Noch fehlt aber unter anderem die Fahrbahn.
Blick über die Tunnelbaustelle von der künftigen Ringabfahrt aus Richtung Süden in Richtung Stadtfeld. Die Stützwände sind fertig. Noch fehlt aber unter anderem die Fahrbahn. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Mit dem Auto nicht mehr so gut erreichbar zu sein – viele Menschen im Magdeburger Stadtteil Stadtfeld-Ost haben sich an die Ausnahmesituation wegen des Tunnelbaus gewöhnt.

Nachdem seit Monaten bereits bekannt ist, dass durch den Tunnel selbst der Autoverkehr ab Ende 2022 zwischen Damaschkeplatz und Innenstadt fließen soll, gibt es nun aber eine Prognose für die Ringauf- und -abfahrt zum Magdeburger Ring. Während eines Rundgangs über die Baustelle berichtete Christian Fuß, der das Tunnelprojekt vonseiten der Landeshauptstadt betreut, dass die Anschlussstelle möglichst schon zur Jahresmitte 2022 und damit ein knappes halbes Jahr vor dem eigentlichen Tunnel freigegeben werden soll. Die ursprünglichen Planungen hatten eine solche vorzeitige Freigabe nicht vorgesehen. SPD-Stadtrat Falko Grube hatte aber eine solche Lösung während einer Sitzung des Bauausschusses angeregt.

Von Olvenstedter Straße auf den Magdeburger Ring

Im Einzelnen würde bei einer solchen Freigabe der Anschluss von der Olvenstedter Straße unter der Ringbrücke hindurch ermöglicht, und die Autos könnten von hier aus nach rechts abbiegen, um zur bislang nur von der Maybachstraße aus geöffneten Auffahrt in Richtung Norden gelangen zu können. In der Gegenrichtung würde die Abfahrt aus Richtung Süden nicht allein über die Rampe zur Maybachstraße hin ermöglicht, sondern auch hinter der Brücke in Richtung Damaschkeplatz und dann weiter in die Olvenstedter Straße. Weite Teile des östlichen Stadtfelds wären auf diese Weise sehr viel besser zu erreichen, als dies derzeit der Fall ist.

Christian Fuß erläutert: „Zu den einzelnen Details müssen aber noch Abstimmungen laufen. Daher können wir auch noch keinen konkreten Termin für diese Freigabe nennen.“

Bislang keine Spur von der Fahrbahn

Ein Blick über die Baustelle macht deutlich, dass bis zu einer Freigabe noch viel zu tun ist. Zwar sind die Stützwände bereits vorhanden, die das Erdreich oberhalb der künftig wegen des Tunnels tiefer liegenden Straße im Bereich der Einfahrten sichert. Doch von der eigentlichen Fahrbahn ist noch nichts zu erkennen. Schwere Baumaschinen bereiten die Straßenbauarbeiten in diesem Bereich derzeit erst vor.

„Außerdem muss hier die Geländeoberfläche modelliert und beispielsweise auch die Anschlussstraße zum Magdeburger Ring neu geschnitten werden“, berichtet Christian Fuß. Das liegt daran, dass die Anschlussstrecke in den Bereich der Tunnelausfahrten im Vergleich zur früheren Straßenführung aus dem Damaschkeplatz leicht verschoben ist.

Die Verschiebung der Fahrspuren des Rings im Zuge des Trassenbaus für die Straßenbahn kommt dabei den Arbeiten zum Anschluss des Rings an die Tunnelportale nicht in die Quere. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Bauvorhaben, die zeitlich voneinander nicht abhängig sind. Bei der Verschiebung der Ringspuren hatte sich zuletzt Koordinationsbedarf bei der Verlegung von ebenfalls dort vorhandenen Leitungen ergeben.

Gehölze und Grün sind bereits im Plan

Bei all den Erdbewegungen, die für den Straßenbau im Bereich des Tunnelbaus notwendig sind, haben die Tunnelbauer bereits die Begrünung des Geländes im Blick. Christian Fuß sagt: „Natürlich werden wir hier auch möglichst viele Bäume als Ausgleich vor Ort pflanzen.“ Die ersten Bäume würden womöglich noch vor der Freigabe der Ring-Anschlussstelle in den Boden gebracht.

Dabei werden die Tunnelbauer auf der Damaschkeplatz-Seite der Baustelle wesentlich mehr Möglichkeiten haben. Denn hier befindet sich in den „Ohren“ der Anschlussstelle genügend Freifläche, in der sich Gehölze und weiteres Grün in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ungestört entwickeln können. In diesem Bereich können die Bäume und Sträucher so tiefe Wurzeln schlagen, wie es für ihr Wachstum erforderlich ist.

Auf Innenstadtseite wenig Platz für Grün

Anders sieht das auf der anderen Seite des Tunnels in der Innenstadt aus. Hier hatte es vor dem Tunnelbau kein nennenswertes Grün gegeben. Allein im Bereich zum früheren Bahnsteig 1 des Hauptbahnhofs wuchsen Sträucher und niedrige Bäume. Diesen Zugang wird es nicht mehr geben, und ein wenig Grün wird hier oberhalb des Geländes auch wieder wachsen.

Für eine Aufwertung dieses Bereichs werden weitere Gehölze sorgen. Diese werden in Kübeln ihren Platz finden. Christian Fuß erläutert: „Echte Baumpflanzungen sind an dieser Stelle leider nicht möglich.“ Der Hauptgrund: Unterhalb der Ebene für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen befindet sich auf nahezu der kompletten Breite die Tunnelröhre. Das bedeutet, dass es hier schlicht und ergreifend kein Erdreich gibt, in dem Bäume und Sträucher wurzeln könnten. Hinzu kommt, dass oberhalb aufgrund der Oberleitungen für die Straßenbahn nur einige Standorte infrage kommen. Diese werden sich auf der Nordseite sowie in einem Fall nahe dem Gleisdreieck befinden. Die Kübelpflanzungen werden aber erst nach Freigabe der Tunnelröhren Ende 2022 erfolgen können.