Magdeburg l Der erste Schreck ist verdaut, die Aufregung hat sich ein wenig gelegt. Ohnehin bleibt Paul Brameier nicht viel Zeit zum Grübeln. Die Arbeit wartet. Unfallautos müssen abgeholt werden. Für den Geschäftsführer eines Abschleppunternehmens das täglich Lohn und Brot. Zum Glück kann er trotz des Großbrandes in seiner Lagerhalle in Magdeburg die Arbeit fortführen. In der 1800 Quadratmeter großen Halle seien vor allem Schwerlasttechnik und Fahrzeuge aus Ankäufen oder zur Verschrottung gedachte Fahrzeuge untergebracht gewesen, erklärt er. Da die verbrannte Technik mehrfach vorhanden ist, kann der Betrieb „normal“ weitergehen. Das Gelände in der Saalestraße sei so groß, das trotzdem genügend Abstellfläche für verunfallte Fahrzeuge vorhanden ist. Seine Mitarbeiter seien alle wieder im Dienst, erzählt er.

Am Sonnabendabend war der Brand in seiner Lagerhalle an der Saalestraße ausgebrochen. Dicke Rauchschwaden zogen über die Elbe in den Osten der Stadt. Ein Großaufgebot an Feuerwehren brachte den Brand unter Kontrolle. Dennoch explodierten Fahrzeuge und die Halle des Daches stürzte ein. Aus dem hinteren Teil der Halle, welcher durch eine Brandschutzmauer abgetrennt war und nicht brannte, konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr drei Abschleppfahrzeuge holen, die keine weiteren Schäden davontrugen. Magdeburg ist eine von fünf Niederlassungen, die dem Betrieb inne sind.

Entgegen der Berichterstattung einer anderen Zeitung stand in der brennenden Halle lediglich ein Kundenfahrzeug. Nicht, dass der Brand allein schon eine nervenaufreibende Tortur war: „Nach der Veröffentlichung des Artikels hat die ganze Nacht das Telefon geklingelt, weil Kunden dachten, dass ihr Auto verbrannt ist“, erzählt Paul Brameier. Dem ist nicht so, macht er deutlich.

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Zwei Millionen Euro Schaden

Obgleich es sich „nur“ um Technik und eigene Fahrzeuge handelt, ist der Schaden enorm. Auf zwei Millionen Euro wird er geschätzt. „Die Lagerhalle ist nicht mehr zu retten und kann nur noch abgerissen werden“, sagt Paul Bramaier. Am Montag waren Beamte des kriminaltechnischen Dienstes vor Ort und gingen auf Spurensuche. Ob sich der Verdacht eines technischen Defektes an einem der Fahrzeuge bestätigt, muss abgewartet werden und ist Teil der polizeilichen Ermittlungen. Im Moment warte Paul Bramaier auf eine Reaktion seiner Versicherung.