Magdeburg l Mit der Fusion der Stadtsparkasse Magdeburg und der Sparkasse Jerichower Land zur „Sparkasse MagdeBurg“ soll das neue Kreditinstitut zukunftssicher aufgestellt werden, hieß es am Montag, 22. Februar 2021. Die anhaltende Niedrigzinsphase sowie hohe regulatorische Anforderungen stellen Geldhäuser vor Herausforderungen. Zudem stünden Investitionen in ein stärkeres digitales Geschäft an, so Jens Eckhardt, bislang Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse und nun der neuen Sparkasse MagdeBurg.

Für die Kunden werde sich zunächst nichts ändern. Die „technische Fusion“ beider Häuser soll erst zum Jahresende vollzogen sein. Bei den Kunden im Jerichower Land wird es dann auf eine Änderung der IBAN hinauslaufen, für die Magdeburger Kunden nicht, da die Sparkasse Jerichower Land von Magdeburg „technisch übernommen“ werde, so Vorstandschef Eckhardt. Ebenso einheitlich sollen künftig die Kontomodelle werden. Aber auch hier werde sich für die Kunden wenig ändern, da die Modelle und Konditionen bereits sehr ähnlich seien, unterstrichen OB Trümper und Landrat Burchardt.

Mit der Fusion wächst die Bilanzsumme des neuen Kreditinstituts auf 3,76 Milliarden Euro an. Das biete den Vorteil, dass die größere Bank auch größere Kredite vergeben kann, wovon die regionale Wirtschaft profitiere. Gerade auch in der Corona-Krise, in der Unternehmen um ihre Existenz kämpfen müssten, sei es wichtig, dass man verlässlicher Partner sei, hieß es.

Filialnetz bleibt erhalten

Als eine Herausforderung für kommende Zeit sieht Vorstandschef Eckhardt den Ausbau des digitalen Bankgeschäfts an. Die Onlinebanking-Quote solle deutlich erhöht werden. Das Kundenverhalten ändere sich. „Das heißt aber nicht, dass wir zu einer Direktbank werden“, so Eckhardt. Das Filialnetz bleibe unangetastet, bekräftigte sein Vorstandskollege aus dem Jerichower Land, Norbert Dierkes.

OB Trümper sieht in der Fusion einen „wichtigen und richtigen Schritt“. Er sei davon überzeugt, dass es eine sinnvolle Entscheidung gewesen sei, eine gemeinsame Sparkasse zu bilden. Die Initiative zum Zusammenschluss sei von Seiten des Jerichower Landes ausgegangen. Es habe aber weder bei Magdeburg noch beim Jerichower Land einen politischen oder finanziellen Zwang zu einer Fusion bestanden, so Trümper.

Die Sparkasse Jerichower Land war bereits seit gut zwei Jahren auf der Suche nach einem Partner, um künftig besser aufgestellt zu sein. Gespräche mit der Sparkasse Stendal scheiterten an unterschiedlichen geschäftspolitischen Auffassungen, so Landrat Burchardt. Mit Magdeburg ergänze man sich sehr gut. Und obwohl die Magdeburger Stadtsparkasse viel größer ist, sei man sich „auf Augenhöhe“ begegnet.

Zur Fusion gehört die Gründung eines Zweckverbandes, weil hier zwei Gebietskörperschaften eine Aufgabe gemeinsam lösen. In der Verbandsversammlung werden 22 Mitglieder sitzen. Aufgeschlüsselt nach der eingebrachten Bilanzsumme besetzt Magdeburg 16 Sitze, das Jerichower Land 6. Der Zweckverband entsendet die Vertreter des neuen Verwaltungsrates. Dieser hat 18 Sitze: 6 Vertreter der Sparkassen-Mitarbeiter sowie 12 Vertreter, die vom Stadtrat Magdeburg (8 Sitze) und vom Kreistag Jerichower Land (4) entsendet werden. Verwaltungsratsvorsitzender ist OB Trümper, Vize ist Landrat Burchardt, der zudem Vorsitzender der Verbandsversammlung ist. Die Verbandsversammlung konstituiert sich am 11. März, der Verwaltungsrat am 30. April 2021.