Altstadt l Der Blaue Bock ist noch nicht mal fertig - und schon gibt es Risse im Rohbau. Diese Beobachtung machte jüngst ein Volksstimme-Leser wunderte sich. Der Volksstimme schrieb er: „Bei meinem letzten Besuch der Innenstadt musste ich feststellen, dass sich am Rohbau des Blauen Bocks an zahlreichen Punkten Risse in den Zwischendecken feststellen lassen. Es stellt sich die Frage, ob es sich dabei um relevante Mängel handelt, oder ob diese Risse unproblematisch sind.“

Volksstimme fragt nach

Die Volksstimme gab die Fragen an die Städtischen Werke SWM weiter, die den neuen Blauen Bock derzeit an der Ecke Breiter Weg/Reuterallee errichten. Sprecherin Anja Keßler-Wölfer erklärt: „Mit den Rissen hat es nichts auf sich. Wie unser Statiker bestätigt, sind Rissbreiten in der vorliegenden Expositionsklasse (sie beschreibt die Widerstandsfähigkeit von Beton - d. Red.) bis zu 0,4 Millimeter erlaubt. Die aufgenommenen Risse liegen im zulässigen Bereich beziehungsweise mit 0,3 Millimeter darunter. Es liegt kein Mangel vor. Die Anforderungen an die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit werden eingehalten.“

Nach Angaben der SWM entstünden diese Risse „vor allem in den ersten Wochen nach der Betonage durch Zwangsspannungen infolge abfließender Hydratationswärme beim Abbindeprozess sowie durch Schwinden des Zementsteins.“ Technisch gehöre die sogenannte Carbonatisierung (chemische Reaktion) des Betons mit Kohlendioxid und Feuchtigkeit - d. Red.) zusammen mit der Hydratation des Zementsteins und Quellen des Zementgels unter Einwirkung von Feuchtigkeit zu den chemisch-physikalischen Prozessen, die eine Selbstabdichtung des Betons bewirkten, so die SWM-Sprecherin weiter.

Aktuell bauen die SWM am Obergeschoss. Außerdem wird der Turm bis auf eine Höhe von ca. 46 Metern errichtet. Im Oktober dieses Jahres soll der Rohbau fertiggestellt sein. Nächstes Jahr soll dann die Einweihung erfolgen. Der neue Blaue Bock wird dann Firmensitz der Städtischen Werke, deren Mitarbeiter derzeit größtenteils noch als Mieter im City Carré untergebracht sind. Die Städtischen Werke hatten den maroden Vorgängerbau 2014 gekauft und für den Neubau abgerissen. Damit war eine mehr als 20-jährige Hängepartie um den exponierten Standort beendet worden.