Magdeburg l Als Aussichtspunkt erfreut sich der Albinmüller-Turm im Magdeburger Rotehornpark in der Saison großer Beliebtheit. In wenigen Wochen soll er mit einer Ausstellung aufgewertet werden. Wie der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle während der Februarsitzung des Kulturausschusses berichtete, wird die Moderne thematisiert. Gezeigt werden sollen zum einen Tafeln, die bereits in Brüssel präsentiert wurden und über die Zeit des Bauhauses berichten. Ergänzt wird die Schau durch acht weitere Tafeln, die Sachsen-Anhalt als eine Wiege der Moderne zeigen. Die Eröffnung solle im April, spätestens zu Ostern, erfolgen. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

Tafeln auf unterschiedlichen Ebenen

Matthias Puhle erläutert: „Die Ausstellung soll so angelegt werden, dass die Besucher mit dem Aufzug ganz nach oben fahren – dort vielleicht die Aussicht genießen – und auf dem Rückweg zu Fuß das Treppenhaus nutzen und dort die Ausstellung besichtigen können.“ Die Tafeln sollen in den unterschiedlichen Ebenen angebracht werden.

Wer will, kann natürlich auch die 252 Stufen auf dem Weg nach oben erklimmen und sich die Ausstellung zur Moderne, in der Magdeburg in den 1920er und Anfang der 1930er Jahre eine herausragende Rolle spielte, von hinten erschließen.

Bilder

Ein Problem beim Treppenhaus des Turms ist zum einen dessen Funktion als Fluchtweg: Mangels einer Alternative muss der im Falle eines Brandes frei sein und darf nicht verqualmt sein. Daher muss sichergestellt sein, dass mit einer Ausstellung der Weg nicht verstellt wird und dass keine brennbaren Objekte präsentiert werden. Ein zweiter Aspekt ist die Barrierefreiheit, die sich in dem für öffentliche Einrichtungen gewünschten Maß in einem Treppenhaus nur schwer umsetzen lässt. Für Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhl bestenfalls zugänglich wären jene Ebenen, welche direkt mit dem Aufzug erreichbar sind.

Nicht geklärt ist mit der Ausstellung auf Zeit derweil, wie es insgesamt mit dem Wahrzeichen der Moderne in Magdeburg weitergehen soll.

Konzept für weitere Themen steht noch aus

Immerhin hatte die Stadtverwaltung bereits signalisiert, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um ein Konzept zu erarbeiten. Eine Wiedernutzbarmachung des früheren Turmcafés war beispielsweise zuletzt Bestandteil eines Forderungskatalogs, den der Stadtrat auf Initiative des Kulturausschusses im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Neben der Ausstellung wurden im Betriebsausschuss des Turmbetreibers MVGM bereits kleinere Ideen diskutiert, den Turm attraktiver zu gestalten.

Die-Linke-Stadtrat und Kulturausschussvorsitzender Oliver Müller hatte diese Ideen für sein Gremium schon einmal in einen Antrag gegossen. Abgestimmt wurde über diesen aber noch nicht. Zuvor, so die Mehrheit der Kulturausschuss-Mitglieder, wolle man hören, was Turmbetreiber, Kommunales Gebäudemanagement und Stadtmarketing zu sagen haben.