Magdeburg l Zwei Wege führen nach oben. Der bequeme über den Fahrstuhl und der etwas anstrengendere über 252 Stufen in Richtung Himmel. Oben angekommen bietet sich den Besuchern einer der schönsten Ausblicke über Magdeburg. Vom Albinmüller-Turm im Stadtpark kann man zum einen in Richtung Stadt gucken und zum anderen über die grüne Lunge der Landeshauptstadt. Am Mittwoch hatte der beliebte Aussichtsturm ein letztes Mal für die Besucher geöffnet, bevor er in die Winterpause geht.

Geplant ist, dass der Turm am 31. März wieder öffnet. Weniger klar ist die Zukunft des 75 Meter hohen Bauwerks. Schon seit Jahren sind sich die Verantwortlichen und Interessierte uneins, wie es weitergeht. Grundlage des Ganzen ist das ehemalige Turmcafé, welches sich in der 15 Meter hohen Glas-Stahl-Konstruktion befand. Dieses erwies sich aber im Laufe der Zeit als finanzielles Debakel, weil die Grundfläche einfach zu klein und somit ein Betrieb nicht wirtschaftlich machbar war. Seit der Wende ist der Raum offiziell stillgelegt und führt ein eher trostloses Dasein.

Bestrebungen, das Café wieder zu eröffnen, scheitern an vielen Hürden. So ist zum einen ein zweiter Rettungsweg in dieser Höhe zwingend erforderlich, im Brandfall würde die Feuerwehr mit ihrer Technik nur bis knapp über die Hälfte des Turmes kommen. Zum anderen würden die daraus resultierenden Veränderungen wohl kaum mit dem Denkmalschutz übereinkommen. Die Eingriffe in das Bauwerk wären einfach zu gravierend.

Wo kein Wille, da kein Weg

Bereits vor zwei Jahren hatten Mitglieder des Kulturausschusses den Aussichtsturm besucht und einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der vor allem ein Ziel hatte - Leben in den Albinmüller-Turm zu bringen. Viel passiert ist seitdem nicht. Zwar hatte sich der Stadtrat wohlwollend für das Ansinnen der Kulturausschuss-Mitglieder ausgesprochen, aber mehr passierte dann eben nicht. Schon damals hatte Carola Schumann von der FDP diese Kritik auf den Punkt gebracht: „Wo kein Wille ist, ist kein Weg. Und wo ein Wille ist, da gibt es eine Lösung.“

Auch am letzten Öffnungstag tummeln sich einige Touristen auf dem Turm, um die letzten Sonnenstrahlen zu tanken. Ein älteres Pärchen erzählt, dass sie aus Darmstadt kommen und viele Bauwerke des Künstlers bereits gesehen hätten. Für ihn (seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen) sei es schade, dass er das Turmcafé nicht besuchen könne. Immerhin stehe der Turm überhaupt noch. Viele Gebäude Albinmüllers seien im Krieg zerstört worden.

Ein weiteres Unding für Besucher war lange Zeit die Tatsache, dass man an dem Turm keinen Verweis auf seinen Planer und die Geschichte fand. Mittlerweile steht eine Infotafel vor dem Turm, welche dessen Geschichte erzählt, die 1927 mit der Eröffnung zur Deutschen Theaterausstellung beginnt.

Was die Zukunft für den Turm bringt, ist allerdings eher ungewiss. Eine mögliche Variante wäre zum Beispiel, den Turm für Ausstellungen zu nutzen. Jedoch fand die letzte große im Jahr 2001 statt. Bei der „mediaTurm“ stellten Studierende Werke aus, die sich direkt oder auch indirekt auf die Geschichte des Turms bezogen.