Magdeburg l Magdeburg, Beimssiedlung, Flechtinger Straße, dreieinhalb Z immer, 75 Quadratmeter insgesamt. Das ist der Ort, an dem Hannelore Preat seit mehr als 70 Jahren lebt. Einst mit ihren Eltern, dann kam ihr Mann dazu, dann Kinder. Heute ist es nur noch ihr Mann Wilfried, der mit ihr wohnt. Und der sagt: „Wenn ich hier ausziehe, dann mit den Füßen zuerst.“

Das Jahr 1946. Weite Teile Magdeburgs sind nach dem Krieg zerstört. Die Beimssiedlung steht, es gibt nur wenige Schäden. Hannelore Praets Vater wird als Ingenieur beim Sket gebraucht, er bekommt eine der begehrten Wohnungen. Nach der Geburt seiner Tochter haben sie dreieinhalb Zimmer zu dritt – zu viel in Zeiten des Wohnungsmangels. Ein Zimmer hätten sie damals vermieten müssen, sagt Praet.

In ihren Kindheitserinnerungen waren die Fensterränder damals mehr weinrot, nicht ganz so hell wie nach der Sanierung vor ein paar Jahren. Und die Türen, die seien damals grün gewesen, sagt sie.

In sieben Jahrzehnten hat Preat einige Farben wechseln und viele Menschen kommen und gehen sehen. Sie sagt: „Heute seien einige von den Leuten, die als Kinder hier gewohnt haben, wieder zurückgekehrt.“ Was sie an der Architektur ihres denkmalgeschützten Wohnorts liebe, sei die Ordnung. Außerdem sei die Siedlung grün und ruhig. Nur das Bad. Das sei ihr schon immer ein bisschen zu klein gewesen.

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