Magdeburg l Wer nicht spielt, kann nicht gewinnen - diese Binsenweisheit klingt logisch, dennoch werden immer wieder Menschen Opfer so genannter Lotterie-Betrugsmaschen am Telefon. Ein entsprechender Lotto-Schein wurde nie ausgefüllt. Allein 15 Fälle dieser Art hat die Kriminalpolizei im Bereich der Polizeidirektion Nord in den vergangenen Wochen registriert.

Vorrangig rufen die Betrüger ältere Menschen an. Sie gratulieren ihren Opfern zu einem vermeintlichen Lotto-Gewinn. Ihr Ziel: Für den Gewinn eine Gebühr ergaunern. "Zu einer Gewinnauszahlung kommt es dabei nicht", erklärt ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Bei einem 74-Jährigen aus dem Harz war das Vorgehen besonders drastisch. Bei einem Anruf Anfang dieser Woche wurde ihm mitgeteilt, dass er 28.000 Euro gewonnen hätte. Für die Formalitäten wäre aber eine Gebühr von 900 Euro fällig. Der Mann überwies laut Polizei die Summe.

Wenig später erfolgte ein erneuter Anruf. Die Betrüger entschuldigten sich, man hätte die falsche Gewinnsumme benannt, es wären 82.000 Euro. Dafür wäre die Gebühr aber 4300 Euro. Diesen Betrag überwies der Mann ebenfalls.

10.000 Euro verloren

Einige Tage später folgte ein weiterer Anruf. Nun hieß es, die Post würde sein Geld bringen, allerdings hätte man die Postbearbeitungsgebühr vergessen zu benennen. Dafür wären dann noch einmal 4800 Euro fällig. Allein die Aussicht darauf, einen so großen Gewinn in den Händen zu halten, verleitete den Mann, all diese Gebühren auf ein vorgegebenes Konto im Ausland zu überweisen, teilte die Polizei mit. Damit hat der Mann insgesamt 10.000 Euro an die Betrüger verloren.

Im Bereich Stendal wurden einer 75-jährigen Frau Mitte April auf die gleiche Art und Weise 39.000 Euro versprochen. Allerdings sollte sie dafür "nur" neun Amazon-Gutscheinkarten á 100 Euro kaufen und übersenden. Auch diese ältere Dame folgte der Aufforderung.

Die Polizei warnt nun vor den dreisten Betrügern und gibt folgende Tipps:

  • Wer nicht an einer Lotterie, Gewinnspiel oder ähnliches teilgenommen hat, kann auch nichts gewonnen haben.
  • Die Anrufer stellen sich oft als Rechtsanwälte, Notare o.ä. vor. Die angezeigte Rufnummer sieht aus wie eine deutsche, dahinter verbirgt sich allerdings der im Ausland sitzende Betrüger.
  • Lotteriegesellschaften, die seriös sind, verlangen keine Vorauszahlungen, weder für Bargeld- noch für Sachgewinne.
  • Tätigen Sie aufgrund eines Telefonates keine Überweisungen, schon gar nicht ins Ausland.
  • Informieren Sie gerade ältere Familienangehörige über die immer wiederkehrenden Betrugsmaschen per Telefon.