Magdeburg l Nach der Sperrung der Fahrspur in Magdeburg stadteinwärts im Abschnitt der Schönebecker Straße zwischen Thiemstraße und Porsestraße und einer Vielzahl von Autofahrern, die sich nicht an die Umleitungen halten und durch das Buckauer Wohngebiet fahren, zieht die Stadt Magdeburg die Reißleine. Und den Unmut auf sich.

Alternativen zum Mauerbau suchen

Stadtrat Marcel Guderjahn (Gartenpartei) richtet sich mit einem offenen Brief an den Beigeordneten Dieter Scheidemann und Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt und verweist auf Alternativen zum Mauerbau. Die erste Variante sei, Anwohner-frei-Schilder aufzustellen und Verkehrskontrollen vornehmen zu lassen, „so dass die Autofahrer gezwungen sind, eine andere Strecke zu nutzen“.

Eine zweite Variante sieht er im Anordnen von Parkverbotszonen „in den stark befahrenen Straßen“. Und zwar im Zeitraum von 8 bis 18 Uhr, „so dass die Anwohner ab 18 Uhr die Möglichkeit haben, wieder in ihrem Straßenviertel zu parken“. Letztere Möglichkeit sollte einfacher und günstiger vorzunehmen sein, „als eine Mauer zu bauen, die niemand haben möchte – anstatt einen ganzen Stadtteil damit komplett lahmzulegen“.

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Künstlerin schließt Laden in Buckau

Die bereits eingerichteten Sperrungen führen bei Gewerbetreibenden zu Einnahmeeinbußen, wie einer von ihnen der Volksstimme mitteilt, dabei aber anonym bleiben möchte. Deutlich wird Janette Zieger: „Ich werde meinen Laden kündigen und mich zurückziehen.“ Die Künstlerin ist seit dem Jahr 2011 an der Klosterbergestraße beheimatet. „Für meine Aufträge ist es wichtig, dass meine Kunden in den Laden kommen. Damit haben sie aber große Schwierigkeiten. Die Sperrung in der Coquistraße verschärft die ohnehin schon schwierige Situation. Ich fühle mich in den Allerwertesten getreten.“

Bis Jahresende 2019 soll die Sperrung in der Schönebecker Straße andauern „und wir wissen ja, dass Bauarbeiten heutzutage meistens länger als geplant andauern. Das schaffe ich finanziell nicht“, sagt Janette Zieger weiter. Sie trug maßgeblich mit dazu bei, dass Buckau als Künstlerviertel wahrgenommen wird.

Kritik an "ungeplantes Koordinieren"

Magdeburg baue sich kaputt, so der Eindruck von Volksstimme-Leser Hans-Ronald Tanneberg. „Und vor allem: alles gleichzeitig, ungeplant, fehlendes Koordieren und sinnlos!“ Frank Jordan merkt beim Volksstimme-Profil im sozialen Netzwerk Facebook an, dass der „berufstätige Autofahrer, für den aus welchen Gründen auch immer Rad oder ÖPNV keine Alternative ist“, in Anbetracht der vielen Sperrungen geradezu genötigt werde, „sich wie das Wasser seinen Weg durch die Stadt zu suchen“.

„Mich würde mal der Sinn dieser absurd lächerlich langen Ampelphase interessieren, wenn der Rest der Hauptstraße am Puppentheater fast komplett gesperrt ist!“, so eine Wortmeldung von Sven Lichtwardt. „Wir werden eingesperrt!“, kommentiert Chantal Schaper die angekündigte Sperrung in der Coquistraße.