Magdeburg l Eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, Einreiseverbote in vielen Ländern und momentan keine Aussicht auf eine Besserung der Lage in der Touristikbranche: Reisebüros, Veranstalter und Busunternehmen werden am 29. April 2020 deutschlandweit auf die Straße gehen, um für staatliche Rettungsmaßnahmen ihrer Arbeitsplätze in der Corona-Krise und Existenzen zu kämpfen. Auch in Magdeburg ist eine Kundgebung geplant: um 12 Uhr auf dem Domplatz im Rahmen des bundesweiten Aktionsbündnisses „Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros - rettet die Touristik!“.

„Bei unserer Mahnwache auf dem Domplatz möchten wir mit unzähligen leeren Koffern auf unsere Situation aufmerksam machen. Zeitgleich werden zahlreiche Reisebusse im Konvoi durch Magdeburg fahren, leider ohne Gäste“, sagt Christian Engelhardt, Inhaber der Magdeburger Reisebüros Cactus, stellvertretend für die Arbeitsgemeinschaft regionale Reisebüros und Veranstalter.

Tausende kleine Unternehmen

Die regionalen Reisebüros und Veranstalter wollen mit der Mahnwache Gesicht zeigen, denn die Touristikbranche bestehe nicht nur aus Tui oder Lufthansa. Fast völlig unbeachtet von Politik und Öffentlichkeit blieben die Zehntausenden Klein- und mittelständischen Unternehmen, insbesondere auch die Reisebüros.

Die Corona-Pandemie habe die Touristik in Deutschland und weltweit in einem Ausmaß getroffen, wie das bei keiner anderen Branche der Fall sei. „Wir waren die erste Branche, die von der Krise betroffen war, und wir werden die Letzten sein, die dort wieder herauskommen. Die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen, viele Länder haben ein Einreiseverbot verhängt. Die Reisebranche steht still! Tausende Unternehmen verzeichnen keinerlei Einkünfte“, so Christian Engelhardt.

Finanzielle Soforthilfe gefordert

Ihre Forderungen deshalb: Eine finanzielle Soforthilfe für die Vielzahl der touristischen Unternehmen, wie auch für die Reisebüros. Diese Hilfe sollte zeitnah ausgezahlt werden und nicht rückzahlbar sein. Die Finanzhilfe könnte beispielsweise in Form eines Notfallfonds bereitgestellt werden, der speziell für die Tourismuswirtschaft, einschließlich der Reisebüros, eingerichtet wird, heißt es in dem Forderungskatalog. Außerdem fordern die Unternehmen die sofortige Anhebung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 beziehungsweise 87 Prozent sowie eine richtungsweisende und verantwortungsvolle Exit-Strategie mit klaren Perspektiven für die Tourismusbranche.

Auf der Mahnwache ist außerdem die Verlesung eines offenen Briefes an den Landtag und Bundestag sowie dessen Übergabe an Vertreter des Landtags geplant, so Christian Engelhardt.