Magdeburg l Für Hunderte Jugendliche in Magdeburg ist es der große Tag: Mit einem festlichen Akt werden sie in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Etwa mit der Jugendfeier, der Jugendweihe oder auch der Lebenswendefeier wird dies alljährlich in Magdeburg festlich zelebriert. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Das grassierende Coronavirus macht den Veranstaltern, Jugendlichen und Eltern einen Strich durch die Rechnung: Veranstaltungen mit vielen Besuchern, wie es die Festakte für die Jugendlichen sind, dürfen nicht stattfinden.

Wann solche Veranstaltungen wieder erlaubt werden, ist noch ungewiss. Und so blicken Veranstalter und Jugendliche gleichermaßen gespannt darauf, was Bund und Länder in ihren für heute, 15. April 2020, angesetzten Gesprächen zu möglichen Lockerungen der Beschränkungen vereinbaren werden. Dass allerdings gleich nach Ablauf der bisherigen Beschränkungen, die aktuell bis zum 19. April 2020 gelten, größere Veranstaltungen wieder möglich sein werden, daran glaubt im Moment kaum jemand. Doch zumindest einen Hinweis darauf, wie es weitergehen kann, erhoffen sich die Veranstalter der Feierstunden, damit sie planen können.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Die in wenigen Tagen geplanten ersten Feierstunden mussten bereits verschoben werden. Doch allen Veranstaltern von Jugendfeier, Jugendweihe oder Lebenswendefeier ist eines gemein: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sowohl der Jugendfeier Magdeburg e.V. als auch die Interessenvereinigung Jugendweihe und das Bistum Magdeburg mit den Lebenswendefeiern wollen auch den Jugendlichen dieses Jahrgangs ihren großen Tag weiterhin ermöglichen.

Für die am 25. April und 2. Mai 2020 angesetzten ersten Jugendfeier-Veranstaltungen haben die Organisatoren den betroffenen Familien Ersatztermine geschickt. Diese liegen noch vor den Sommerferien, wie Hans-Jörg Beyerling vom Jugendfeier Magdeburg e. V. sagt. Man arbeite daran, die besten Lösungen für die coronabedingten Probleme zu finden, sei vorbereitet, müsse aber mit Veränderungen umgehen. „Es ist eine besondere Zeit, da muss man auf allen Seiten Kompromisse eingehen“, so Beyerling, der auch um die Organisationsschwierigkeiten in den Familien weiß. Etwa 1100 Anmeldungen liegen für die Jugendfeiern in diesem Jahr vor. „Unsere Veranstaltungen werden früher oder später stattfinden. Dies auch, weil wir die vielen regionalen Unternehmen im Auge haben, für die unsere Veranstaltungen eine wichtige Einnahmequelle sind“, so Beyerling. „Für eine verbindliche Planung braucht man jetzt allerdings auch einen Fahrplan der Bundesregierung, wie es weitergeht.“

Mit den gleichen Problemen hat auch die Interessenvereinigung Jugendweihe zu kämpfen. In sechs Feierstunden sollen im Mai und im Juni 2020 etwa 600 Jugendliche in Magdeburg in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden. Der Termin 9. Mai für die ersten drei Feierstunden ist bereits verschoben worden. Wie es mit dem Termin im Juni sein wird, ist derzeit noch ungewiss. „Wir versuchen, die Feierstunden noch vor den Sommerferien stattfinden zu lassen. Es wird keine Feier abgesagt, sondern lediglich verschoben. Termine kann man aber jetzt noch nicht nennen“, sagt Stefanie Tietze von der Jugendweihe-Geschäftsstelle Magdeburg auf Nachfrage.

Das Bistum Magdeburg hat alle Termine für Firmungen und Lebenswendefeiern bis zu den Sommerferien abgesagt. „Die Termine fallen nicht aus, sondern werden neu angesetzt“, sagt auch Bistumssprecherin Susanne Sperling. Mit der getroffenen Entscheidung wolle man den Eltern eine größere Planungssicherheit geben. Und man wolle mit den späteren Terminen auch ermöglichen, dass die Großeltern an dem besonderen Tag mit dabei sein können, so die Bistumssprecherin.