Magdeburg l In Magdeburg steigen die Zahlen der Corona-Infektionen wieder. Das Gesundheitsamt beobachtet, dass sich die Infektionen schneller ausbreiten. Die Situation sei anders als vor einigen Wochen. Der Schwerpunkt der neuerlichen Infektionen liege derzeit innerhalb der Familien. Anders als bisher würden sich laut Amtsarzt nun oft alle Familienmitglieder anstecken. Bislang sei es oft so gewesen, dass wenn ein Familienmitglied positiv getestet worden war, andere Familienmitglieder nicht angesteckt wurden. Das sei nun anders. „Wir haben eine schnellere Übertragung“, so Hennig.

Den „Angst-Hype um die britische Coronavirus-Mutante“, so Hennig, mache die Stadt nicht mit, habe dies aber gleichwohl im Blick. Die britische Variante gilt als schneller und leichter ansteckend. In Magdeburg sind seit Mitte Januar bislang 26 Fälle der britischen Virusvariante nachgewiesen worden. „Das ist nicht viel, aber wir haben eine Tendenz der letzten Tage mit einer Steigerung“, so Hennig. Auch wenn die Zahlen recht gering seien, so habe er „auch die Vermutung, dass wir hier in der Stadt eine Zunahme der britischen Variante haben“.

Um aus dieser Vermutung Gewissheit zu machen, werde ein großer Teil der Abstriche in der Fieberambulanz auf die britische Virus-Mutation und alle anderen Virusvarianten hin getestet. Damit soll ein Einblick gewonnen werden, wie der „echte Stand in der Stadt ist“, sagte der Amtsarzt. Er machte aber auch deutlich, dass sich auch die britische Variante nur übertrage, wenn der persönliche Schutz vernachlässigt werde.

Um dem Anstieg weiterer Infektionen in der Stadt zu begegnen, werde das Gesundheitsamt bei Quarantäneverfügungen „etwas härter durchgreifen“. Die 14-tägige Quarantäne bleibe nach wie vor bestehen, es werde aber sehr wenig differenziert zwischen Kontaktpersonen ersten und zweiten Grades. „Wenn ein Kontakt zu einer positiv getesteten Person stattgefunden hat, auch wenn es nur für wenige Minuten gewesen ist ohne Schutz, ist das für uns automatisch eine Kontaktperson, die auch 14 Tage in Quarantäne zu gehen hat“, so Hennig.

Mehr Fälle in Kitas und Schulen

Positiv, so der Amtsarzt, ist, dass sich die Situation in den Altenheimen verbessert habe. Auch wenn es hier zu Infektionen kam, erkrankten die Bewohner nur wenig oder gar nicht. Ein Zeichen für Hennig, dass die Impfungen wirken. Neu sei allerdings, dass es in den zurückliegenden Wochen vermehrt Infektionsfälle in Kitas gab. Hennig sprach von sechs Kitas, die betroffen waren. Für ein Teil der Einrichtungen sei die Quarantäne mittlerweile abgelaufen. Infektionsfälle in Kitas und SchulenIn den zurückliegenden drei bis vier Wochen waren 80 Kinder und 27 Erzieher in Quarantäne geschickt worden. Zwei Kitas mussten geschlossen werden - eine durch den Träger, eine am Donnerstag durch das Gesundheitsamt, da es hier eine „rasante Ausbreitung von Infektionen sowohl im Personalbereich als auch bei den Kindern“ gegeben habe. Schwere Verläufe habe es nicht gegeben. Um welche Virusvariante es sich hier handelte, ist noch unklar, die Ergebnisse stünden noch aus.

Auch bei Schulen gebe es einen Anstieg der Infektionen. Seit Januar seien zehn Schulen betroffen gewesen. Eine Schule sei noch in Betreuung durch das Gesundheitsamt. Hier seien 32 Personen, darunter 28 Schüler, in Quarantäne geschickt worden. Auch hier sei es die britische Variante, die ihm Sorge mache, so Hennig.

Impfzentrum erweitert den Betrieb

Derweil gehen die Impfungen in der Risikogruppe 1 (über 80-Jährige sowie medizinisches und pflegerisches Personal) weiter. Am Mittwoch hat die Stadt bis zum 11. März weitere 2080 Termine im Impfzentrum freigeschaltet, die innerhalb von zweieinhalb Stunden vergeben waren. Durch größere Liefermengen von Impfstoff wird der Betrieb des Impfzentrums ausgeweitet. Es hat nun montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Ab dem 22. Februar werden vormittags weiter Erstimpfungen verabreicht (etwa 160 pro Tag), nachmittags werden die Zweitimpfungen für diejenigen vorgenommen, die vor drei Wochen zum ersten Mal geimpft worden waren.

Zusätzlich öffnet das Impfzentrum ab dem 27. Februar auch sonnabends, um medizinisches und pflegerisches Personal zu impfen. Sie sollen den Impfstoff von AstraZeneca erhalten, der vor allem für Menschen unter 65 Jahren empfohlen wird. Zudem werden weiter dezentrale Impfungen in Einrichtungen des Service-Wohnens sowie in Altenservicezentren und Stadtteilen durch die mobilen Impfteams angeboten. Etwa 200 Impfungen pro Tag seien hier das Ziel, so Simone Borris, Leiterin des Impfstabes.