Magdeburg l Nachdem Magdeburg bis Anfang Juni keine Corona-Infektionen zu verzeichnen hatte, ist es in der Landeshauptstadt ist es zu einem erneuten Ausbruch des Virus gekommen. Eine Frau verstarb bereits, eine weitere Person befindet sich auf der Intensivstation.

Sieben rumänische Familien

Insgesamt sieben rumänische Familien aus unterschiedlichen Stadtteilen Magdeburgs sind betroffen. 21 Personen wurden bereits positiv auf das Virus getestet. Weitere Testergebnisse stehen aus. Eine Frau sei am Donnerstag mit akuten Beschwerden ins Krankenhaus gekommen und nur wenige Stunden später verstorben. Sie ist die zweite an Covid19 gerstorbene Person in Magdeburg. Insgesamt zählt die Stadt seit Ausbruch der Pandemie 132 Erkrankte.

Bisher kann die Infektionskette nicht gänzlich nachvollzogen werden, da die Betroffenen angeben, keinerlei Bezug zueinander zu haben. Zudem erschweren Sprachbarrieren die Recherche. Als Konsequenz hat Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) die Schließung von fünf weiteren Schulen und zwei Jugendeinrichtungen sowie Spielplätzen veranlasst. Dies zunächst für 14 Tage.

Bereits am Donnerstag wurde eine Grundschule geschlossen, da eine Mutter und ihr Kind positiv auf das Virus getestet wurden. Sämtliche bisher ermittelte Kontaktpersonen, darunter Teilnehmer einer Elternversammlung und Mitglieder Sprachlerngruppe wurden in Quarantäne geschickt. 70 Quarantäneanordnungen hat das Gesundheitsamt im Zusammenhang mit den neuen Corona-Fällen verhängt. Tendenz steigend.

Stadt galt als coronafrei

Bis zum 1. Juni galt Magdeburg als coronafrei. Erste Fälle tauchten bei Reiserückkehrern aus Schweden und Ägypten auf. Woher die Infektionen der rumänischen Familien kommen sei unklar. Man wisse, dass eine Familie bei Verwandten in Berlin gewesen ist. Wenige Tage später tauchten erste Symptome auf. Auch die Verwandte aus Berlin erkrankte an dem Covid19-Virus und wird derzeit im Krankenhaus behandelt.

Die Stadt Magdeburg ist mit zwei Fahrzeugen im Einsatz, um Abstriche von Kontaktpersonen zu nehmen. Auch werden Tests in den Hauseingängen und von den Nachbarn der Betroffenen veranlasst. Eine Dolmetscherin und eine rumänische Ärztin helfen dabei, die Sprachbarriere zu überwinden. Denn obgleich mittlerweile Aushänge auf Rumänisch und Englisch auf die Corona-Gefahr sowie Hygiene- und Abstandregeln hinweisen, bestehe das Problem, dass viele rumänische Einwohner nicht lesen können. Als weitere Konsequenz auf die Neu-Infektionen hat die Stadt die Öffnungszeiten der Fieberambulanz wieder aufgestockt. Lutz Trümper appelliert, dass sich die von den Schulschließungen betroffenen Personen testen lassen.