Magdeburg l Lange waren sie angekündigt, dann zunächst nicht verfügbar – mittlerweile sind Corona-Schnelltests für Kliniken und Heime zu bekommen. Etliche Magdeburger Einrichtungen haben sich mit den Antigen-Schnelltests versorgt und testen Patienten wie auch Personal und Besucher damit, wie eine Umfrage ergab.

„Wir haben bereits vor einigen Wochen frühzeitig reagiert und Schnelltests sowie die dazugehörigen Geräte beschafft“, sagt Dr. Thomas Reichel, Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Diabetologie und Infektiologie am städtischen Klinikum Magdeburg. Die Schnelltests werden derzeit vorrangig bei Patienten der Notaufnahme sowie bei Patienten mit entsprechenden Symptomen eingesetzt. Die Mitarbeiter des Hauses sowie alle Patienten, die stationär aufgenommen werden, werden wie bislang üblich mit dem PCR-Test, der dann in einem Labor ausgewertet wird, auf das Coronavirus getestet.

Schnelltest-Ergebnisse bestätigt

Mit den Schnelltests, die innerhalb von gut 15 Minuten ein Testergebnis liefern, werde so die Sicherheit erhöht, dass das Virus nicht ins Haus getragen wird beziehungsweise infektiöse Patienten schnell erkannt und isoliert werden können. Bislang hat das Klinikum gute Erfahrungen mit den Schnelltests gemacht. Positive Schnelltestergebnisse wurden bisher bei einem folgenden PCR-Test stets bestätigt, so Oberarzt Reichel.

Vom Universitätsklinikum war zunächst keine Auskunft zum Einsatz von Schnelltests zu bekommen. Im Krankenhaus St. Marienstift kommen Schnelltests seit etwa drei Wochen zum Einsatz. Getestet werden alle Mitarbeiter sowie ambulante wie auch stationäre Patienten, erläutert Pressesprecherin Carola Schuller. Dazu hat das Marienstift eigens eine Teststation eingerichtet. Hier werden auch Besucher wie etwa werdende Väter oder Angehörige schwer kranker Patienten, die gemäß der geltenden Besuchsregelungen das Marienstift betreten dürfen, getestet. „Wir testen sehr breitflächig“, sagt Carola Schuller. Bisher habe man gute Erfahrungen mit den Schnelltests gemacht. Engpässe bei der Beschaffung der Schnelltests gebe es nicht.

Teststation für Besucher eingerichtet

Eine eigene Teststation für Besucher haben auch die Pfeifferschen Stiftungen auf ihrem Stiftungsgelände in Cracau eingerichtet. Seit Montag sei sie in Betrieb, so Sprecherin Nancy Thiede. Dort werden die Schnelltests verwendet, um den Menschen einen Besuch bei ihren Angehörigen in den Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe sowie des Erwachsenen- und Kinderhospizes zu ermöglichen. „Im Fokus all unserer Überlegungen und Anstrengungen steht seit Beginn der Pandemie im Frühjahr der Schutz der uns anvertrauten Patienten, Bewohner und Klienten in den einzelnen Einrichtungen. Dazu gehört auch die Ermöglichung von Besuchen und sozialen Kontakten. Wir sind froh, dass dies nun durch den Einsatz von Schnelltests erleichtert wird“, so Nancy Thiede. Im Rahmen der Teststation und der damit verbundenen Teststrategie stünden die Pfeifferschen Stiftungen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Zur Teststrategie gehören nicht nur die Tests der Besucher, sondern auch Tests der Mitarbeiter und Bewohner.

Dass Bewohner von Heimen dank Schnelltests Besuch empfangen können sollen, daran ist auch dem Gesundheitsamt gelegen. „Wir haben großes Interesse daran, dass die Bewohner von Heimen auch besucht werden können“, sagt Magdeburgs Amtsarzt Dr. Eike Hennig.

Er ermuntert Magdeburgs Heime dazu, ein entsprechendes einfaches Testkonzept beim Gesundheitsamt einzureichen, um dann nach einer Bestätigung des Konzeptes Pflegekräfte, Bewohner und Besucher mit Schnelltests zu testen. Bislang haben 25 Heime ein solches Konzept eingereicht und würden bereits mit den Schnelltests arbeiten. „Es läuft gut an“, sagt Hennig. Die Schnelltests seien aussagekräftig und auch in ihrer Handhabung leicht. Das Gesundheitsamt biete zudem an, dass ein Arzt im Bedarfsfall eine Einweisung in die Schnelltests gibt.

Median führt Tests ebenso ein

Auch bei der Median Klinik sind zusätzlich zu den bisher genutzten PCR-Tests Antigen-Schnelltests eingeführt worden. Beschäftigte und Patienten werden damit schon bei leichtesten Symptomen auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus getestet, wie das Unternehmen mitteilte. Mitarbeiter in pflegeintensiven Bereichen wie der neurologischen Frührehabilitation oder der Geriatrie würden regelmäßig mittels Antigen-Test abgestrichen; alle weiteren Beschäftigten sollen folgen.

„Die Tests helfen uns, sichere Therapieangebote in sämtlichen Behandlungsgebieten während des gesamten Pandemiegeschehens zu gewährleisten und so unserem Versorgungsauftrag weiter nachzukommen“, so André M. Schmidt, Vorsitzender der Median-Geschäftsführung, in der Unternehmensmitteilung.