Magdeburg l Ingo Foth und Marcus Hagemann können echt stolz auf das sein, was sie in Magdeburg-Pechau geleistet haben. Die beiden Bauarbeiter aus der Nähe von Anklam haben innerhalb kürzester Zeit ein Dach eingedeckt.

Das klingt an sich erst einmal normal, doch das Dach ist eigentlich ein ganz besonderes. Es handelt sich nämlich dabei um das Dach eines der Slawenhäuser im Pechauer Ortskern. Die zwei nachgebauten Gebäude stehen seit 1994 in Pechau und sollen daran erinnern, wie die Slawen einst in der Region gelebt und gebaut haben.

Reet-Dach für Slawenhaus

Die Häuser sind komplett aus Naturmaterialien wie Moos und Holz gebaut, doch das Dach besteht nicht, wie man es heute vorzugsweise kennt, aus Ziegeln, sondern aus Schilfrohr und dieses ist eben etwas wetteranfälliger als normal. So kommt es auch, dass das zweite Slawenhaus drei Jahre nach der ersten Sanierung des anderen Slawenhauses eine Schönheitskur genießt.

Ortsbürgermeister Bernd Dommning zeigte sich vom Baufortschritt an dem zweiten Slawenhaus begeistert. „Eigentlich waren für die Arbeiten zwei Wochen angesetzt, aber jetzt ist das Dach nach drei Tagen schon so gut wie fertig“, erzählt Dommning.

Sanierung kostet rund 10.000 Euro

Den Antrag für eine solche Sanierung hatte er Ende 2017 bei der Stadtverwaltung Magdeburg eingereicht. Diese beauftragte dann die Reet-Dach Wosserow GmbH. Kostenpunkt: Rund 10.000 Euro.

Ingo Foth von der besagten Fachfirma hat eine einfache Erklärung für den schnellen Baufortschritt in Pechau. „Da es hier in der Magdeburger Region extrem wenig regnet, kommen wir viel schneller mit dem Schilfrohr voran“, so der Fachmann. Bei Regen müssten jedes Mal die Arbeiten unterbrochen werden. Einmal habe es ganz kurz geregnet. „Aber nicht nennenswert“, schmunzelt der Fachmann.