Magdeburg l Es war kurz nach Mitternacht am 23. August 1927, als Kraftdroschkenfahrer Walter Wittig Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Während einer Fahrt zwischen Leipzig und Magdeburg auf der heutigen Straße An den Rennwiesen zückte der Fahrgast einen Revolver und schoss Walter Wittig laut Polizeiprotokoll in die Schläfe. Erst am Morgen wurde der Schwerverletzte gefunden und in das Magdeburger Altstadtkrankenhaus gebracht. Dort verstarb er allerdings im Laufe des Tages. Der Täter wurde nie gefasst.

Mittlerweile erinnert nur noch ein Denkmal an das Gewaltverbrechen, das sich im Biederitzer Busch ereignete. Gepflegt wird der Gedenkstein seit knapp 50 Jahren vom Magdeburger Hans Jaintzyk, der selber jahrelang im Mobilitätssektor tätig war.

Inschrift von Unbekanntem erneuert

So war es auch Hans Jaintzyk, der wenige Tage nach dem Todestag des Kraftdroschkenfahrers zu dessen Denkmal fuhr und dort eine erstaunliche Entdeckung machte: Die Inschrift des Gedenksteins wurde erneuert.

Aber wer sich die Zeit genommen und die Mühe gemacht hat, die vormals verblasste goldene Inschrift mit neuer Farbe aufzufrischen, und die mutmaßlichen Initialen „L. K.“ zu hinterlassen, weiß selbst Hans Jaintzyk nicht.

Volksstimme-Artikel zum 90. Todestag

„Der oder die Unbekannte hat saubere Arbeit geleistet und muss zwischen dem 21. und dem 28. August hier gewesen sein“, sagt Hans Jaintzyk. Außerdem vermutet er: „Wahrscheinlich ist unser Unbekannter durch den Artikel in der Volksstimme auf den Gedenkstein aufmerksam geworden.“ Der Artikel über das Denkmal und Hans Jaintzyks Engagement für dieses erschien am 23. August, dem 90. Todestag des Kraftdroschkenfahrers. „Also war der Unbekannte L. K. vermutlich erst nach dem 23. August hier“, mutmaßt Jaintzyk.

Auch frische Blumen hatte der Unbekannte am Gedenkstein hinterlassen, sein Handwerkszeug dabei aber vergessen. Das möchte Hans Jaintzyk dem Unbekannten nun wiedergeben und sich persönlich für das Engagement um den Gedenkstein bedanken.

Wer Hinweise auf den oder die Unbekannte hat, kann sich per Mail an lokalredaktion@volksstimme.de oder telefonisch unter 0391/5999-232 melden.