Gemeinschaftsaktion

Der Erfolg beim Müllsammeln in Magdeburg stimmt nachdenklich

Gemeinsam Müll sammeln und einen Grünbereich in Magdeburg schützen. Darum ging es der Initiative „SelbstHandeln Olvenstedt“, die 50 Helfer mobilisierte.

Von Marco Papritz 18.05.2021, 11:34
Franka Kretschmer im Sammelbereich, der sich schnell füllte.
Franka Kretschmer im Sammelbereich, der sich schnell füllte. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - Einkaufswagen, Flaschen in allen Größen und Formen, Verpackungen und Einrichtungsgegenstände. Die Palette der Dinge, die sich in den Gebüschen des Grünstreifens zwischen Neuem Renneweg (Bundesstraße 1) und dem Rennebogen finden lassen, deckt nahezu alle Bereiche ab. „In einem Bereich hat man das Gefühl, hier hat jemand gewohnt“, sagt Lissy Habermann. Mit Oskar Kühne und Franka Kretschmer hat die Jugendliche zu dem freiwilligen Einsatz der zu Beginn des Jahres gegründeten Initiative aufgerufen. Vor drei Jahren war Lissy Habermann bereits an gleicher Stelle aktiv geworden, nachdem sie sich bei ihren Streifzügen über den Müll ärgerte, der sich stets ansammelte. Damals seien es 15 Unterstützer gewesen, „nun sind es 50 Helfer“, freut sich Jana Habermann, die ihrer Tochter und der Initiative mit zur Seite steht.

Grüne Bereiche schützen

Geholfen haben dabei auch persönliche Gespräche, die vorab in der angrenzenden Wohnsiedlung am Rennebogen geführt wurden. „Dabei konnten wir unser Anliegen vorstellen und Kontakte knüpfen“, freut sich Lissy Habermann über die „sehr gute Resonanz“.

Die ist in Anbetracht der Fülle an Müll, der achtlos entsorgt wurde, auch nötig. So gesehen ist der Erfolg – die Müllsammler sind flächendeckend im Einsatz und füllen in kurzer Zeit ihre Mülltüten – eigentlich ein Misserfolg. „Es ist sehr schade, dass solch ein Einsatz nötig ist. Denn jeder kann mit seinem Verhalten dazu beitragen, dass die Stadt sauber bleibt“, sagt Sylvia Fuchs. Vor sechs Jahren ist sie mit ihrem Mann aus Pechau in die Wohnsiedlung gezogen. „Hier ist es so herrlich grün. Das soll auch bitte so bleiben“, sagt sie. Die Familie lässt im Rahmen der stadtweiten Aktion „Mein Baum für Magdeburg“ auf der Wiese am Kümmelsberg einen Baum pflanzen.

Weitere Aktionen geplant

Marcus Behrens ist überrascht, „wie tief man in das Biotop vordringen muss, um den Müll aufzusammeln“. Er schaut extra aus der Beims-Siedlung (Stadtfeld-West) vorbei, um sich mit einbringen. „Es ist prima, dass auch während der Pandemie coronakonform diese schöne Gemeinschaftsaktion umgesetzt werden kann“, sagt Marcus Behrens, bevor er wieder auf Müllsuche geht.

Mit der Müllsammelaktion möchte die Initiative „SelbstHandeln Olvenstedt“ für mehr Selbstverantwortung sowie eine bessere Ausstattung des Stadtteils mit Papierkörben werben. Außerdem setzt sie sich für eine Tempo-30-Zone im Rennebogen ein.

Marcus Behrens mit seiner (Zwischen-)Ausbeute.
Marcus Behrens mit seiner (Zwischen-)Ausbeute.
Foto: Marco Papritz
Sylvia und Karl Fuchs waren unter anderem im Biotop zwischen Neuem Renneweg und Rennebogen in Magdeburg im Einsatz.
Sylvia und Karl Fuchs waren unter anderem im Biotop zwischen Neuem Renneweg und Rennebogen in Magdeburg im Einsatz.
Foto: Marco Papritz