Magdeburg l Seitenwechsel im Magdeburger Hauptbahnhof: Nachdem im Fußgängertunnel zwischen Empfangsgebäude und dem Abzweig zum Kölner Platz neue Platten auf dem Boden verlegt wurden, ist inzwischen die andere Seite an der Reihe. In den kommenden Monaten wird es folglich zwischen dem Abzweig und dem Ausgang zum Konrad-Adenauer-Platz mit dem Busbahnhof eng. Wie im vorherigen Bauabschnitt werden die Bodenplatten erst auf der einen, dann auf der anderen Seite durch neue ersetzt, so dass den Passanten jeweils nur eine Seite des Wegs zur Verfügung steht.

Gerade in dem Bereich, der jetzt an der Reihe ist, waren in den vergangenen Jahren gesprungene Platten an dieser Stelle ein Ärgernis. Karin Meyer ist Managerin des Magdeburger Hauptbahnhofs und sagt: „Ursprünglich wollten wir zunächst den Abzweig in Richtung Kölner Platz erneuern, hatten aber aus organisatorischen Gründen umgeplant.“

Wände und Decken ab 2021

Parallel wird die Gestaltung der Wände und Decken vorbereitet. Im Frühjahr 2021 sollen die Verblendungen in Grüntönen vor die vorhandenen Fliesen montiert werden. „Mit den modern reflektierenden Deckenplatten und integriertem Lichtband soll die Unterführung heller, freundlicher und weitläufiger als bisher erscheinen“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn.

Bei der Wandgestaltung erhält der Magdeburger Hauptbahnhof Lokalkolorit: Die Wände werden mit den Magdeburger Originalen gestaltet. Diese schuf 1976 der Bildhauer Eberhard Roßdeutscher und sie sind als Plastiken am Fischerufer zu finden. So werden künftig den Plastiken nachempfundene Wandgemälde „Affenvater“, „Blutappelsine“, „Feuerkäwer“, „Fliejentutenheinrich“, „Lusebenecke“ und „Schlackaffe“ zu sehen sein. Die Magdeburger Originale illustrieren sechs Magdeburger und ihre kauzigen Eigenheiten. Sie sollen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der Elbestadt gelebt haben und mit ihren Eigenarten stadtbekannt gewesen sein.

Umzug wird vorbereitet

Neben der Modernisierung des Fußgängertunnels ist innerhalb des Bahnhofs ein wichtiger Umzug angesagt. Karin Meyer sagt: „Dabei geht es um das Reisezentrum, das wie bereits berichtet in das Gebäude am Kölner Platz umziehen soll. Wir gehen jetzt davon aus, dass die Räume dafür in den Sommermonaten vorbereitet werden.“

Zudem sollen im kommenden Jahr in dem Gebäude Sozialräume erneuert werden, die sich auf der Ebene der Bahnsteige zwischen den Gleisen 5 und 6 befinden. „Unsere Fachleute sind auch dabei, mit den Mietern der Ladenlokale die eine oder andere Änderung zu vereinbaren. Klar ist aber, dass wir bei dem bisher bekannten Branchenmix bleiben werden“, sagt die Magdeburger Bahnhofs­managerin. Die größte Veränderung dürfte damit der Einzug eines Discountmarktes in die Räume sein, in denen bislang das Reisezentrum seinen Sitz hat.

Gastronomie und Aufenthaltsqualität

Auf der anderen Seite des Eingangs am Kölner Platz soll eine Gastronomie angesiedelt werden. Diese soll auch eine Freifläche auf dem Platz bespielen, so dass dieser sehr viel einladender und freundlicher wirken werde als in den vergangenen Jahrzehnten, ist Karin Meyer von den Plänen für die Gestaltung des Magdeburger Hauptbahnhofs überzeugt. Lange hatte der Platz vor allem als Parkplatz gedient.

In den vergangenen fünf Jahren hatte der Kölner Platz als Lager für die Baustelle des Tunnels in der Ernst-Reuter-Allee gedient. Doch die Baustelle dieses Vorhabens ist inzwischen abgezogen, und bereits gebaut worden sind die Treppenanlage und die Rampe zur Ernst-Reuter-Allee hin. Jetzt ist eine Art Verschnaufpause an dieser Stelle angesagt, bevor es im kommenden Jahr zur Sache geht. Im Frühjahr sollen die alten Fahrstühle an den Bahnsteigen 5 und 6 stillgelegt werden. Ihre Rolle haben bereits Aufzüge im Fußgängertunnel übernommen.

Geplant sei, den Kölner Platz bis 2023 zu einer attraktiven Schnittstelle für den öffentlichen Personennahverkehr und die Bahn umzugestalten, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. Neben Bäumen und Sitzgelegenheiten entstehen auf der Westseite des Platzes 250 Fahrradstellplätze. Unter anderem wird es einen Unterstand geben, für den derzeit geprüft wird, ob statt der erst geplanten Holzverkleidung ein robusteres Material verwendet werden kann. Die Gestaltung des Platzes wird den Planungen der Stadt unter den Bahnbrücken angepasst.

Alter Boden muss raus

Und das bedeutet für 2021 zunächst: Das alte Bodenmaterial muss erst einmal raus. An einigen Stellen befinden sich unter dem Asphalt noch Reste des ursprünglichen Pflasters, die ebenfalls für neue Bodenplatten entfernt werden. Ziel ist es, den Platz mit Aufenthaltsqualität zu versehen und hier zum Beispiel bei Großereignissen Public Viewing zu ermöglichen. Die Fassade des Gebäudes am Kölner Platz soll nur gereinigt werden und nicht – wie in früheren Planungen angedeutet – mit einem roten Rahmen versehen werden.

Die Deutsche Bahn und das Land Sachsen-Anhalt investieren in die Modernisierung des Magdeburger Hauptbahnhofs und die Umgestaltung des Kölner Platzes rund 18,6 Millionen Euro.