Gesundheitswesen

Digitaler Arztbesuch spart Wege

Medizinische Sprechstunden per Video gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zum Beispiel in Schönebeck oder Aschersleben.

Ein Hausarzt spricht während einer Videosprechstunde in seiner Praxis mit einer Patientin. Immer mehr niedergelassene Ärzte in Niedersachsen behandeln ihre Patienten per Video-Sprechstunde. +++ dpa-Bildfunk +++ dpa-Zentralbild

Schönebeck l Durch die Corona-Pandemie wurde das Gesundheitswesen ein Stück weit umgekrempelt. Vor allem hinsichtlich der Digitalisierung lässt sich ein Modernisierungsschub beobachten. Das wird besonders beim Angebot der Videosprechstunde deutlich – also beim virtuellen Arztbesuch via Webcam. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 haben laut der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) gerade einmal 16 Ärzte beziehungsweise Therapeuten im Land eine Videosprechstunde angeboten. Inzwischen verfügen schon mehr als 620 Ärzte und Therapeuten über eine entsprechende Berechtigung. 2020 wurden laut KVSA rund 25.000 Videosprechstunden abgerechnet.
In Schönebeck zählt das Hausarztteam um Doktor Robin John, Facharzt für Allgemeinmedizin, zu den Vorreitern. Schon Ende 2019 wurde die Videosprechstunde in der Praxis eingeführt. Doch auch andere Mediziner in der Elbestadt waren nicht untätig. So bieten beispielsweise auch das Diabetes- und Gefäßzentrum Schönebeck um Doktor Volkmar Rahms sowie Kinderärztin Antje Riek seit Mitte vergangenen Jahres Videosprechstunden an. Befunde auswerten„Die Videosprechstunde eignet sich gut für Beratungen, beispielsweise bei Rückfragen zur Medikamenteneinnahme, oder für die Auswertung und Besprechung von Laborbefunden wie Abstrichen oder Bluttests“, sagte Antje Riek. Klar ist aber auch: Der digitale Praxisbesuch kann nicht in jedem Fall den herkömmlichen Arztbesuch ersetzen. „Bei hohem Fieber oder Bauchschmerzen ist es schon bessr, wenn ich die Kinder in der Praxis untersuchen kann“, so Riek.
Auch für Volkmar Rahms steht fest, dass die Videosprechstunde vor allem bei der Auswertung und Besprechung von Befunden punkten kann. „So muss nicht jeder Patient zwingend immer in die Praxis kommen“, so Rahms. Ein Aspekt, der gerade in Zeiten der Pandemie und der Kontaktminimierung, vorteilhaft ist. Jedoch würde die Videosprechstunde derzeit noch primär bei jüngeren Menschen zum Einsatz kommen. Grundvoraussetzungen für die digitale Sprechstunde sind nämlich ein geeignetes Gerät (Laptop, Tablet, Smartphone) und eine Internetverbindung - Rahmenbedingungen, die bei älteren Menschen längst nicht immer erfüllt sind, gibt der Mediziner zu bedenken.