Magdeburg (ha/dpa) l Eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands wird für zwei Tage in der Magdeburger Neustadt vor der Kamera stehen. Alexandra Maria Lara, bekannt u. a. aus „Der Untergang“ und „Der Baader-Meinhof-Komplex“ sowie jüngst dem Hollywood-Streifen „Geostorm“, dreht im ehemaligen Stasi-Gefängnis am Moritzplatz einige Szenen für ihren neuen Kinofilm.

Die Dreharbeiten für „Warum“ laufen seit Ende Januar 2018. Zuvor war das Filmteam mehrere Wochen in Eisenhüttenstadt unterwegs gewesen. Am 26. und 27. Februar schlägt das Filmteam um Regisseur Bernd Böhlich seine Zelte in der Gedenkstätte Moritzplatz auf.

Film über Kommunistin

Die Mafilm Martens Film- und Fernsehproduktions GmbH dreht an diesen beiden Tagen einige Szenen für den Streifen. Darin geht es um eine junge Kommunistin, gespielt von Alexandra Maria Lara, die in den 1930er Jahren vor den Nazis in die Sowjetunion floh, dort wegen angeblicher Spionage verhaftet und in ein Arbeitslager gesteckt wurde.

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Anfang der 1950er Jahre kehrt sie zurück, um in der DDR ein neues Leben zu beginnen. Das darf sie auf Geheiß der SED in Stalinstadt, wie Eisenhüttenstadt damals hieß – die erste, am Reißbrett geplante sozialistische Stadt auf deutschem Boden. Die junge Frau bekommt die große Wohnung und gut bezahlte Arbeit nur, wenn sie ihre Vergangenheit nicht preisgibt und notfalls lügt.

Untersuchungshaft in Magdeburg gedreht

Über alles während der zehnjährigen Haft Erlebte schweigen zu müssen, aber nicht zu können, bringt sie wieder ins Gefängnis. Die Szenen ihrer Untersuchungshaft werden im früheren Stasi-Knast in Magdeburg gedreht.

Kurz vor der Wende hatte Regisseur Bernd Böhlich erstmals vom Schicksal der Exilkommunisten erfahren und später jahrelang an dem Drehbuch für „Warum“ gearbeitet. Der Streifen habe für ihn jetzt viele Bezüge in die Gegenwart, sagt er. „Die aktuelle Krise der SPD hat auch viel damit zu tun, dass die Partei ihren Wählern die Wahrheit nicht sagt“, glaubt Böhlich.

Premiere für Film 2019

Noch bis Ende Februar wird weiter gedreht, u. a. im Erzgebirge. In weiteren Rollen sind Karoline Eichhorn und Robert Stadlober zu sehen. „Warum“ soll im kommenden Jahr seine Kinopremiere erleben.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gedenkstätte Moritzplatz als Filmkulisse dient. Bereits 2006 wurden dort einige Szenen des Fernsehfilms „Marienborn“ über den Fluchthelfer Michael Gartenschläger aufgenommen.

Magdeburger Gedenkstätte zwei Tage zu

Für Besucher der Gedenkstätte wird es an diesen beiden Tagen aufgrund der Dreharbeiten nicht möglich sein, den Zellentrakt und die „Freigangzellen“ zu besichtigen. Die Dauerausstellung und auch die Bibliothek im Vorderhaus der Gedenkstätte bleiben jedoch geöffnet.