Fehlender Regen

Dunkle Wolken über Magdeburg wollen einfach keinen Regen bringen

Der Juli war in Magdeburg viel zu trocken. Nur an neun Tagen wurden Schauer registriert und auch da eher kleine Mengen. Die Volksstimme fragte bei einem Experten nach, woran das liegen könnte.

Von Konstantin Kraft
Die schwarzen Wolken über der Stadt sollten letztlich wieder abziehen. Der Juli in Magdeburg war deutlich zu trocken.
Die schwarzen Wolken über der Stadt sollten letztlich wieder abziehen. Der Juli in Magdeburg war deutlich zu trocken. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Dunkle Wolken hängen tief über der Ernst-Reuter-Allee im Zentrum von Magdeburg. Es soll regnen an diesem Tag, die Vorhersage spricht von einer höheren Wahrscheinlichkeit. Auch ein Gewitter sei nicht ausgeschlossen. Doch es bleibt trocken. Die Wolken ziehen ab und kein Tropfen fällt vom Himmel. Kein Einzelfall: Eine solche Gemengelage hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen öfter eingestellt.

Immer mal wieder war vor stärkeren Regenfällen mit Gewittern gewarnt worden. An den Nachmittagen und Abenden bildeten sich mehrmals mächtige Wolkenformationen am Horizont. Alleine die erwarteten Niederschläge blieben aus.

Deutlich unter dem langjährigen Mittel

Mit Blick auf die offiziellen Wetterdaten für Magdeburg verfestigt sich dieser Eindruck. Lediglich an neun Tagen im Juli konnten in der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Magdeburg Niederschläge registriert werden. Diese reichen von 0,1 Liter auf den Quadratmeter am 11. Juli bis zu 9,7 Liter auf den Quadratmeter am 9. Juli. Seit dem 17. Juli, also seit mehr als zwei Wochen, blieb es nahezu komplett trocken. Lediglich am 27. Juli findet sich mit 0,6 Liter auf den Quadratmeter ein kleiner Niederschlag im Protokoll. Fakt ist: An mehr als zwei Drittel der Tage im Juli ist in Magdeburg kein Regen gefallen.

Mit Stand zum 31. Juli waren lediglich 22,2 Liter auf den Quadratmeter registriert worden. Das sind gerade einmal 37 Prozent vom langjährigen Mittel. Damit ist der Juli 2021 einer der trockensten in den letzten zehn Jahren in Magdeburg. 2018 waren zum Ende des Monats 22,3 Liter auf den Quadratmeter gemessen worden. Zum Vergleich: 2020 waren es 49,1 Liter und 2014 gar 122,5 Liter auf den Quadratmeter.

Der Harz könnte eine Rolle spielen

Florian Engelmann ist als Wetterberater beim Deutschen Wetterdienst zuständig für das Land Sachsen-Anhalt. Er bestätigt auf Volksstimme-Nachfrage, dass der Juli in Magdeburg merklich zu trocken war. Auf die Frage, ob es eine meteorologische Besonderheit gebe, die dafür sorgt, dass es in der vergangenen Zeit trotz gegenteiliger Erwartungen derart trocken geblieben ist, stellt er jedoch klar: „Es gibt keine Besonderheit für den Raum Magdeburg.“ Es sei schlicht Zufall. Und: „Es gehört Glück dazu.“ Von der Trockenheit sei letztlich der ganze Norden von Sachsen-Anhalt betroffen. Blickt man in den Süden des Landes, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Dort war es im Juli eher zu nass. Beim Niederschlag präsentiert sich das Land demnach zweigeteilt.

Eine „kleine Erklärung“ - gepaart mit einer geografischen Besonderheit -, warum es in Magdeburg im Juli derart trocken geblieben ist, hält der Meteorologe dann aber doch parat: Es ist der Harz. Zuletzt rückten die größeren Niederschlagsgebiete vornehmlich aus südwestlicher Richtung nach Magdeburg vor. Das Mittelgebirge wirkt da als natürliche Blockade. Eine Luftmasse, die potenziell für Schauer verantwortlich ist, muss erst den Harz überwinden, bevor sie sich in der Landeshauptstadt ausregnen kann. Doch um den Harz zu passieren, müssen die größeren Niederschlagsgebiete dort erst einmal abregnen. In der Folge geht für weite Teile des Landes viel Regen verloren. Zugleich räumt Florian Engelmann mit einem Mythos auf: Die Elbe führe zu wenig Wasser, um als eine Wetterscheide für die Region um Magdeburg in Erscheinung zu treten.

Wann der nächste Regen in Magdeburg fällt, bleibt Spekulation. In den nächsten Tagen wird es wohl weiter trocken bleiben. Erst zum Wochenende soll es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu stärkeren Niederschlägen kommen.