Magdeburg l Gemeinsam mit Amira Paatz hat Emil Agayev am 19. Juni 2019 kurz vor Beginn des Schulfests am Edithagymnasium das Schild des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ entgegengenommen, es kurze Zeit später mit Schulsozialarbeiter Steffen Burbank unter einem Fenster des Schulgebäudes montiert. Von Beginn an, vor drei Jahren, hat der Neuntklässler das Projekt mitbegleitet. Er sagt: „Ich stamme aus der Ukraine und weiß, wie wichtig der Respekt der Menschen voreinander ist.“ Wenn die Menschen einander nicht tolerieren, wenn sie die Würde der anderen mit Füßen treten – davon wissen Freunde der Familie zu berichten, die den Krieg im Osten der Ukraine miterleben mussten.

Im Zuge zum Beitritt zum Netzwerk der Schulen mit Courage hat die Schule zum Start an einem Projekt teilgenommen. Emil Agyev sagt: „Besonders beeindruckt hat mich dabei ein Film, in dem die Lebensumstände von Flüchtlingen geschildert wurden. Das war sehr beeindruckend.“ Auf die Beine gestellt hat die Schule u. a. auch eine Europawoche, und Schüler und Lehrer mussten sich verpflichten, gegen Gewalt, Rassismus und Diskriminierung einzutreten.

Kabarettist lädt Schüler ein

Jetzt geht es darum, am Ball zu bleiben. Eine Arbeitsgemeinschaft wird sich am Edithagymnasium dem Thema widmen. Und die Paten haben Unterstützung zugesagt. Neben der Villa Wertvoll ist dies Lars Johansen. Der Kabarettist lädt dazu die Schüler des Gymnasiums ein, passende Projekte auf die Beine zu stellen – zum Beispiel gemeinsam mit dem Moritzhof und mit dem Offenen Kanal, wo sich Lars Johansen an führender Stelle engagiert.

Schulleiterin Katja von Hagen verweist derweil auf Courage auch auf anderen Feldern in der Schule. So hatten Schüler einen Fahrraddiebstahl beobachtet und mit einer Meldung und einer präzisen Täterbeschreibung zur schnellen Aufklärung beigetragen: „Auch das ist Courage“, sagt sie und ermuntert die Edithianer hinzuschauen und zu handeln.

Magdeburg im Landesvergleich Spitze

Martin Hanusch von der Landeskoordinierungsstelle „Schule ohne Rassismus“ bei der Landeszentrale für politische Bildung berichtet derweil, dass das Edithagymnasium die 20. Schule mit dem Titel in Magdeburg ist. In Sachsen-Anhalt gibt es insgesamt 142. Magdeburg liegt im Vergleich der kreisfreien Städte und der Landkreise vorn. Und weitere Schulen in der Landeshauptstadt sind auf dem Weg: Der Neuen Schule und den Berufsbildenden Schulen „Otto Schlein“ wird voraussichtlich noch in diesem Jahr die Urkunde und das entsprechende Schild überreicht.

Wie Vielfalt aussieht, zeigten die Schüler bei ihrem selbst organisierten Schulfest in den kommenden Stunden bis zum Abend. An mehreren Stationen auf dem Schulgelände und im Gebäude waren Kreativität und Geschicklichkeit gefragt, der Schulförderverein und der Verein der „Blauen Nasen zur Förderung der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung“ waren vor Ort. Außerdem gab es u. a. Auftritte des Chors, des Lehrerchors, der Theater-AG, der Tanzcrew und weiterer Tanzgruppen und von Schülern an E-Gitarre, Ukulele und Keyboard. Im Angebot war auch eine Schnitzeljagd. Zum Abschluss ließen die Schüler der 2015 gegründeten Schule Heliumballons mit Wünschen in den sonnigen Himmel über Nordwest steigen.