Magdeburg l Auf den Spuren des Eichenprozessionsspinners sind im August 2019 die Mitarbeiter des kommunalen Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe unterwegs. So werden aktuell Eichen auf dem Magdeburger Stadtgebiet kontrolliert und gegebenenfalls, wie am Salbker See, mit Warnschildern versehen. Denn der Baumschädling ist nicht nur für Eichen eine Gefahr, sondern auch für den Menschen. Schließlich können die Raupen nicht nur einen kompletten Kahlfraß verursachen. In einem bestimmten Larvenstadium rufen die Brennhaare toxische Verletzungen hervor. Deshalb sollten Bäume und zurückgebliebene Gespinstnester gemieden werden.

Firma rückte 1000 Bäumen auf den Leib

„Derzeitig werden durch den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) Sonderkontrollen hinsichtlich vorhandener Eichenprozessionsspinner-Nester durchgeführt“, berichtet Pressesprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage. Nach Abschluss der Kontrollen aller sich in der Bewirtschaftung des SFM befindenden Eichen wird das Absaugen der vorgefundenen Nester beauftragt. „Nach jetziger Einschätzung wird von einem erhöhten Befall, trotz in diesem Jahr durchgeführter intensiverer Prophylaxe im Mai, ausgegangen“, informiert Kinszorra weiter.

Im Mai 2019 hatte der Stadtgartenbetrieb die jährliche biologische Bekämpfung des Schädlings umgesetzt. Eine Spezialfirma war an mehr als 1000  Eichen in Magdeburg tätig. Neben einzelnen Friedhöfen wie dem West-, Ost-, Südfriedhof sowie dem Buckauer und Brückfelder Friedhof waren die Mitarbeiter der Firma vor allem in den Bereichen Herrenkrugpark, Werder, Rothensee, Alte Neustadt, Altstadt, Cracau, Pechau und Randau-Calenberge aktiv. Außerdem befanden sich einige betroffene Eichen in Stadtfeld-Ost und Ottersleben.

Gefahr soll eingedämmt werden

Ziel ist, das Vorkommen des Schädlings und die davon ausgehende Gefahr im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten weitestgehend einzudämmen. „Ein vollständiger Schutz gegen den Eichenprozessionsspinner ist zwar auch mit einer weiträumigen präventiven und manuellen Bekämpfung nicht gewährleistet, jedoch kann die von den Raupen ausgehende Gefahr durch diese Maßnahmen verringert werden“, hatte Simone Andruscheck als Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe damals erklärt.

Ende Mai 2012 hatte es in Magdeburg erstmals eine vorbeugende biologische Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gegeben. Die Erfolgsquote liegt in der Regel bei rund 70 Prozent. Nachdem zunächst ein stetiger Rückgang des Befalls zu verzeichnen war, habe er sich mittlerweile auf ein konstantes Niveau eingepegelt. Im Sommer werden dann die noch vorhandenen Nester abgesaugt. Das manuelle Absaugverfahren war in Magdeburg erstmals im Sommer 2011 zum Einsatz gekommen.

Trotz der aktiven Bekämpfung gilt es grundsätzlich, die betroffenen Areale in den Park- und Grünanlagen zu meiden. Diese sind in Magdeburg durch Absperrungen gekennzeichnet. Darüber hinaus sollten die Raupen und Gespinste unter keinen Umständen berührt werden, warnte die Stadtverwaltung.