Investition

Eine Bobbahn für Magdeburg

Am Leichtathletikzentrum in Magdeburg soll noch in 2020 mit dem Neubau einer Bob-Anschubbahn begonnen werden.

Von Ivar Lüthe 26.09.2020, 01:01

Magdeburg l Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat in einer Eilentscheidung dafür grünes Licht gegeben. Die Bahn soll 600.000 Euro kosten, Land und Landeshauptstadt teilen sich die Kosten. „Die Eilentscheidung war nötig, damit noch in diesem Jahr mit dem Neubau begonnen werden kann und die Fördermittel dafür auch fließen“, sagte OB Trümper am Freitag, 25. September 2020, auf Nachfrage. Der Olympiastützpunkt Sachsen-Anhalt war an die Stadt herangetreten und hatte dargelegt, dass es dringend nötig sei, die Trainingsmöglichkeiten für die Bobsportler zu verbessern. Insbesondere zur Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 sei es nötig, eine Bobanschubbahn für das Sommertraining kurzfristig zu errichten. Landessportbund und der Bundesfachverband des Bob- und Schlittenverbandes unterstützten dies. Vom Land war ein vorfristiger Maßnahmebeginn in Aussicht gestellt worden.

Bobsport in Magdeburg? In der Landeshauptstadt bildet der Mitteldeutsche Sportclub (MSC) Magdeburg seit neun Jahren erfolgreich Anschieber für den Bobsport aus, die dann in Startgemeinschaften auf verschiedene deutsche Spitzenbobs verteilt werden. Trainiert wird unter anderem in der Leichtathletikhalle. Dabei geht der MSC einen ungewöhnlichen Weg, bündelt die Erfahrungen aus Bobsport und leichtathletischem Mehrkampf. Beide Sportarten profitieren davon. Dabei soll vor allem den Athleten, denen in ihrer ursprünglichen Sportart der Sprung in die Weltspitze verwehrt blieb, eine zweite sportliche Laufbahn ermöglicht werden. „Kaderathleten aus Mitteldeutschland, die nicht den großen Durchbruch geschafft haben, geben wir eine zweite Chance“, erklärt MSC-Präsident Marko Hübenbecker.Er kann da aus Erfahrung sprechen. Seine ursprünglichen Sportarten waren Kugelstoßen und Diskuswerfen. „Den großen Durchbruch habe ich aber nicht geschafft“, sagt er. So kam er zum Bobanschieben. Hier schaffte er es unter anderem zum Weltmeistertitel. Anschieber des MSC waren mehrfach am Gewinn von Olympia- und WM-Medaillen beteiligt.

Er kann da aus Erfahrung sprechen. Seine ursprünglichen Sportarten waren Kugelstoßen und Diskuswerfen. „Den großen Durchbruch habe ich aber nicht geschafft“, sagt er. So kam er zum Bobanschieben. Hier schaffte er es unter anderem zum Weltmeistertitel. Anschieber des MSC waren mehrfach am Gewinn von Olympia- und WM-Medaillen beteiligt.

In Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Olympiastützpunkten und Fachverbänden werde ständig versucht, hochtalentierte Athleten zu sichten und in das Förderkonzept des MSC Magdeburg zu integrieren. Für Training und Sichtung fehle es jedoch an besseren Möglichkeiten. In Magdeburg werde an einem Anschiebgerät, das man auf Rollen über Laufbahnen schieben kann, trainiert, sagt Marko Hübenbecker. Möglichkeiten des direkten Bobtestens gebe es nicht viele. „Athleten müssen dazu beispielsweise nach Oberhof, Altenberg oder Riesa fahren.“ Dass dem MSC nun in Magdeburg bessere Trainingsbedingungen gegeben werden sollen, sei „phantastisch, eine absolut tolle Sache. Damit werden unsere Trainingsmöglichkeiten um 200 bis 300 Prozent verbessert“, so Hübenbecker.

Bei dem Neubau der Bahn handelt es sich – vereinfacht gesagt – um eine Trockenbahn unter freiem Himmel. Auf ihr werden am Startpunkt Bobattrappen auf Schienen ein Gefälle hinuntergeschoben, dann geht es auf eine Gerade. Auf der anderen Seite gibt es einen Anstieg. Zwei verschiedene Anschubprofile soll sie haben. „Wir können das Profil der Bahn von Oberhof nachbauen. Auf der Gegenseite bauen wir das Profil von Peking nach“, sagt MSC-Bob-Trainer Birk Lösche. Als Heimtrainer kümmert er sich in Magdeburg aktuell unter anderem um sieben Athleten – allesamt Bundeskader. Lösche ist auch Landestrainer und betreut 13 Athleten, ebenso alle im Bundeskader. „Wir haben aktuell fünf Olympiakader, drei davon vom MSC“, so Birk Lösche.