Magdeburg l Ein neues Einkaufszentrum in Magdeburg geht am 5. März 2018 um 7 Uhr in Betrieb: In der Brenneckestraße 42 eröffnen der Bau- und Heimwerkermarkt Obi auf 12.000 Quadratmetern u. a. samt 4000 Quadratmetern Gartenmarkt, Baustoffhalle und Küchenstudio sowie Norma neue Niederlassungen. Daneben möchte das Fitnessstudio FitX hier Mitte März ein Eröffnungswochenende feiern, und Matratzen Concord richtet auch auf dem Gelände eine neue Niederlassung ein.

Mit der Investition ist eine Industriebrache mit 39.000 Quadratmetern unmittelbar an der Abfahrt des Magdeburger Rings mit einem neuen Fachmarktzentrum wiederbelebt worden. In den Jahren vor der Investition in den neuen Baumarkt war das Gelände auch einmal in der Gerüchteküche für die Neuansiedlung von Ikea in Magdeburg ins Gespräch gebracht worden.

Vorgaben aus dem Märktekonzept

Um den Standort hatte es durchaus Diskussionen gegeben. Zum einen geht es um die Wachsamkeit anderer Händler der Frage gegenüber, ob mit dem neuen Einkaufszentrum das Magdeburger Märktekonzept eingehalten wird.

Zwar ist ein Baumarktsortiment aus dieser Sicht unbedenklich. Doch wenn es um den Lebensmittelhandel geht, werden jene, die sich um bestehende Standorte sorgen, schnell hellhörig. Und tatsächlich wird auf dem Gelände neben dem großen Baumarkt auch ein Norma-Discounter eröffnet. Für diesen allerdings schließt der bisherige Standort an der Brenneckestraße auf der anderen Seite des Magdeburger Rings. Ob an diesem Standort wieder Einzelhandel einzieht, hatten Fachleute bereits während der Diskussionen zum Thema in den Ausschüssen des Magdeburger Stadtrats angezweifelt.

Anbindung war ein Thema

Ein zweites Thema zur Diskussion war in den vergangenen Monaten auch der Verkehr. Eigens wurden die Spuren verändert, da die Brenneckestraße als Zubringer aus Sudenburg, Lemsdorf, Reform, dem Hopfengarten und aus dem Stadtteil Leipziger Straße zum Magdeburger Ring schon vorher gut ausgelastet war. Zudem gab es Bedenken, ob die Salzmannstraße trotz ihrer geringen Breite sich zu einer Zubringerstraße gerade auch für die Anlieferer entwickeln werde. Und auch die Anbindung des Geländes für den Fahrradverkehr kam bei dieser Gelegenheit auf den Tisch

Beim Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre hat sich mit Obi seit Jahren erstmals eine der großen Ketten wieder nach Magdeburg gewagt. Über Jahre hatte es eher einen gegenteiligen Trend in der Landeshauptstadt gegeben: Der Hagebaumarkt an der Lübecker Straße wurde geschlossen und ist inzwischen von einem Renovierungs-Discounter belegt. Der Toom-Baumarkt im Florapark wurde geschlossen, und unter dem Protest von Innenstadthändlern wurden dessen Flächen mit den Angeboten anderer Sortimente belegt. Und nach der Pleite von Praktiker wurden Handelsstandorte in Magdeburg komplett aufgegeben, während die Praktiker-Tochter Max Bahr in Reform unter einem neuen Eigentümer weiterbetrieben wird. Obi-Marktleiter Thomas Massner lässt sich von dieser Magdeburger Geschichte der Baumärkte nicht beirren und sagt: „Wir freuen uns, den ersten Baumarkt in Magdeburg zu eröffnen.“

Magdeburg in einem Briefkasten

Übrigens: Irgendwie war Magdeburg bei Obi schon lange vor dem neuen Standort präsent: Im Sortiment des Unternehmens sind zwei Varianten eines Briefkastens sowie ein Gartenhaus mit dem Namen Magdeburg zu finden.