Magdeburg l Mit dem Dommuseum Ottonianum Magdeburg soll in der Landeshauptstadt bis ins nächste Jahr ein weiterer kultureller Anziehungspunkt entstehen. Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle sagte der Volksstimme jetzt, dass die Eröffnung der neuen Einrichtung für den 3. November 2018 geplant ist. In die Feierlichkeiten soll auch der benachbarte Dom einbezogen werden, berichtet er. Details zu der Veranstaltung müssen jedoch noch ausgearbeitet werden. Bis dahin muss aber zunächst die Ausstellung eingerichtet werden. Für die Besucher soll das komplette Erdgeschoss der früheren Reichs- und späteren Staatsbank zwischen Breitem Weg und Dom zur Verfügung stehen. Wie Matthias Puhle berichtete, steht inzwischen im Wesentlichen fest, welche Exponate auf den rund 600 Quadartmetern präsentiert werden sollen. Unter anderem soll in dem Ausstellungsraum aufgenommen werden, wie sich die Ausrichtung des ottonischen Doms im Vergleich zum 800 Jahre alten gotischen Nachfolgerbau, der heute das Gesicht der Landeshauptstadt prägt, verändert hat.

Schwerpunkt Archäologie

Schwerpunkt für die Ausstellung wird zum einen die Archäologie sein. Hintergrund: Der Magdeburger Dom verfügt im Gegensatz zu vielen anderen Kathedralen nicht mehr über einen eigenen Domschatz. Die wertvollen Exponate entstammen folglich im Wesentlichen den wissenschaftlichen Grabungen, die in den vergangenen Jahrzehnten stattgefunden haben. Hinter den einzelnen Schaustücken stecken spannende Geschichten dazu, wie sie entdeckt wurden und welche Erkenntnisse dank winzigster Spuren gewonnen werden konnten. Zweite Säule der Ausstellung ist das Erzbistum Magdeburg, das bis zur Reformation eine der wichtigen Stützen für die katholische Kirche in Deutschland war. Anhand der Grablegen von Erzbischöfen aus dem Mittelalter soll die Entwicklung nachvollzogen werden. Drittes Standbein für die Ausstellung sind die Ottonen – unter anderem soll der Sarg von Königin Editha gezeigt werden.

Im 2016 hatte die Namenssuche für Aufregung gesorgt: Zwei Trägern – neben der Stadt handelt es sich um das Landesamt für Archäologie und die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt – erinnerte der Begriff Dommuseum zu sehr an ein Domschatzmuseum – den es ja nicht mehr gibt –, vielen Einwohnern war der Begriff Ottonianum nicht eingängig genug. Als Kompromiss wurde der Name Dommuseum Ottonianum Magdeburg (DOM) gewählt.