Magdeburg l Der Jahrtausendturm im Elbauenpark Magdeburg ist zwar für Besucher derzeit geschlossen, doch auch hinter verschlossenen Türen fällt nach wie vor jede Menge Arbeit für das Team um Museumsleiterin Katja Kraski-Küster an. Neben den stetigen Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten soll der Jahrtausendturm auch endlich im digitalen Zeitalter ankommen.

Die Ausstellung ist über 20 Jahre alt und optisch wie inhaltlich aktualisierungsbedürftig. Mit über 500 textlastigen Tafeln und fehlendem analogen wie auch digitalen Leitsystem erfüllt die Ausstellung nicht mehr den heutigen Standard einer modernen und zeitgemäßen Informationsvermittlung für Besucher. Doch damit soll langfristig Schluss sein.

Führungen mit Tablets

„Die Ausstellung soll überarbeitet werden. Wir planen zudem digitale Führungsangebote“, kündigt Katja Kraski-Küster, die seit 2018 die Leitung des Turms innehat, an. Spannende Hintergrundinformationen, kurze Filme, Grafiken, Audiodateien, Fotos und vieles mehr sollen in Zukunft mit Hilfe einer App für das Handy zur Verfügung stehen, um die Höhepunkte der Sammlung zu erkunden. Für die multimedialen Führungen sollen zukünftig auch Tablets für die Besucher zur Verfügung stehen.

Den Gewohnheiten der heutigen Besucher entsprechend treten die klassischen Erläuterungstexte in den Hintergrund, während durch die Gestaltung und Konzeption verstärkt das Entdecken und Erleben im Vordergrund stehen. „Die Besucher sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit Hilfe der Audio- und Videobeiträge noch umfassender und aktueller über ein Exponat beziehungsweise ein Thema der Ausstellung zu informieren“, so Katja Kraski-Küster.

Öffnung im April 2021

So soll es unterschiedliche Führungsangebote für Kinder und Erwachsene geben. Auch eine Schnitzeljagd durch die Epochen der Wissenschafts- und Technikgeschichte sei geplant. Die Digitalisierung und Überarbeitung der Ausstellung werde jedoch seine Zeit dauern. Erste Eindrücke sollen Besucher dennoch bereits in der Sommersaison erhalten.

Die Vorbereitungen zur Turmeröffnung am 1. April laufen bereits. Geplant sei unter anderem eine Sonderausstellung mit dem Titel „Staunikum – faszinierende Phänomene zum Anfassen“, die von Mai bis Oktober im Turm besucht werden kann. „Für die ganze Familie heißt es ‚Anfassen ausdrücklich erwünscht‘. Auf über 230 Quadratmetern Ausstellungsfläche laden 25 Experiment- und Mitmachstationen ein, Phänomene aus Natur und Technik zu greifen und zu begreifen“, erklärt die Leiterin.

Katja Kraski-Küster ist vorsichtig optimistisch, dass der Turm wieder für den Besucherverkehr geöffnet werden kann. Dennoch bleibe es offen, wie sich die Corona-Situation im Frühjahr darstellt.

Barrierefreie Angebote geplant

Auch der Schwachpunkt der fehlenden Barrierefreiheit im Jahrtausendturm sorgt immer wieder für Gesprächsbedarf. Ein barrierefreier Zugang zu allen Ausstellungsbereichen ist nicht möglich. „Das Manko lässt sich leider nicht einfach durch Baumaßnahmen beheben. Wir planen aber auch Angebote für Menschen mit Behinderung, damit sich auch für sie ein Besuch lohnt“, so Katja Kraski-Küster.