Magdeburg l Aufmerksame Elbflaneure werden sich bei einem Blick auf die elektronische Anzeige des Pegelmessers an der Strombrücke gewundert haben. Seit drei Wochen zeigt diese falsche Werte an.

Laut Hubertus Stratmann vom Wasser- und Schifffahrtsamt sei nur die Anzeige, nicht aber die Messtechnik von der Störung betroffen. Ab dem 15. Oktober werde der zuständige Dienstleister einen Vorschlag zur Abänderung des Systems unterbreiten und diesen umsetzen. Die Überlegungen, so Stratmann weiter, gingen dahin, die analoge Technik durch eine digitale Lösung und LEDs zu ersetzen.

Messungen seit dem Jahr 1727

Bis dahin können Hobbykapitäne, Schifffahrtsfreunde und Bürger sich über die Homepage des elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice der deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.Elwis.de) über den aktuellen Stand der Elbe informieren.

An der Strombrücke wird seit 1727 der Wasserstand der Elbe gemessen. Dies ist nicht nur für die Schifffahrt von Bedeutung, sondern, etwa wenn Hochwasser droht, für die gesamte Bevölkerung der Stadt. Darum wird die Funktionsfähigkeit der Messanlage auch wöchentlich überprüft. Die Messungen werden im sogenannten Pegelschacht vorgenommen, der sich im Pegelhaus am Petriförder befindet.

Historischer Höchststand 2013 erreicht

Pegelstand in Schacht und Elbe sind grundsätzlich immer gleich. Ihren historischen Höchststand hatte die Elbe im Juni 2013 erreicht. Während des damaligen Hochwassers kletterten die Fluten auf eine Höhe von sagenhaften 7,47 Metern. Im Rekordsommer des Jahres 2019 hingegen, kam es zum tiefsten jemals gemessenen Wasserstand von nur 45 Zentimetern.

Zum Vergleich: Ab einem Stand von unter 70 Zentimetern ist nicht nur für die Berufsschifffahrt wie die Weiße Flotte, Lastkähne oder die Elbfähren, sondern auch für alle anderen Wasserfahrzeuge ein Befahren der Elbe nur noch eingeschränkt möglich. Gestern lag der Pegelstand bei rund 106 Zentimetern.