Magdeburg l Die Neubauten für den Strombrückenzug in Magdeburg werden teurer als geplant – das ist nichts Neues. Bereits seit Monaten war ein Zuschlag von rund 1,2 Millionen Euro eingeplant. Doch nun hat die Stadtverwaltung eine neue Drucksache verfasst, in der es um weitere 38 Millionen Euro und damit um einen Preis für das Vorhaben in Höhe von 158 Millionen Euro geht.

Größter Posten ist mit rund 22,3 Millionen Euro ein Nachtrag, der sich aus der Verzögerung bei der Vergabe ergeben hat. Die zunächst unterlegene Bietergemeinschaft hatte geklagt und nach zwei Jahren vor Gericht recht bekommen. Nun muss nicht allein die Differenz zum günstigeren Bewerber aufgebracht werden. Auf der Rechnung steht am Ende auch der Betrag, den die Unternehmen aufgrund der Verzögerung und der für sie in der Zeit gestiegenen Kosten draufschlagen können.

Neue Erkenntnisse und Normen machen Bau teuer

Mit zehn Millionen Euro ebenfalls ein erheblicher Kostenpunkt sind Nachträge, die sich unter anderem aus neuen Erkenntnissen und Normen ergeben. So muss der denkmalgeschützte Rest der Bastion Kronprinz mit einer neuen Mauer gesichert werden, da die alte nicht saniert werden kann. Und ein Hochwasserpumpwerk muss neu geplant werden, da sich die technische Normung verändert hat.

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Mit 4,3 Millionen Euro ebenfalls ein Posten im siebenstelligen Bereich sind die teureren Planungen. In diesen Punkt fließt unter anderem der Umstand ein, dass nach dem Hochwasser von einer Pfeiler- auf eine Pylonbrücke umgeplant wurde. Außerdem, so die Stadtverwaltung, hatten einige Einsprüche zu zusätzlichen Planungsleistungen geführt – die nun auch bezahlt werden wollen.

Gelder aus dem Fördertopf

Dass Kosten auf dem Bau steigen, ist ein Punkt, auf den Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper immer wieder hinweist: Auch private Bauvorhaben, die vor vielen Jahren geplant wurden, seien heute nicht mehr zu den damals veranschlagten Preisen zu haben.

In Sachen Brücke immerhin dürfte die Magdeburger Stadtkasse im Vergleich zum Tunnel glimpflich davonkommen: Der Hauptteil von mehr als 36 Millionen Euro sollen über Fördermittel fließen. Zum Zuge kommt das Programm für den Hochwasserschutz, in dessen Rahmen die Brücke gebaut wird. Auf die Stadt entfallen anteilige Kosten für jene Projekt­inhalte, die nicht förderfähig sind. Dazu gehörten zum Beispiel die neue Stadtparkstraße, gestalterische Maßnahmen sowie Arbeiten, die bereits vor dem Jahr 2013 ausgeführt worden waren.

Ob es bei diesen Kostensteigerungen bleibt, ist offen. Ein Indiz: In der Drucksache ist beim Punkt Bauverzögerung notiert, dass es sich bei den 22,3 Millionen um eine „erste Prognose“ handele.