Magdeburg l Im Städtischen Klinikum Magdeburg gibt es mehrere bestätigte Corona-Fälle. Betroffen sind zwei Ärzte sowie ein Mitarbeiter aus dem nichtmedizinischen Bereich, bestätigten das Krankenhaus in Magdeburg-Olvenstedt und das Gesundheitsamt Magdeburg auf Volksstimme-Anfrage.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Eike Hennig sagte, dass die betroffenen Personen sofort in Quarantäne geschickt worden seien. Zudem werden Kontaktlisten erstellt, die bei einem der betroffenen Ärzte 50 Personen umfasse. Bei ihm war das Virus bereits am 20. März 2020 festgestellt worden. Unter den Kontaktpersonen seien Ärzte, Schwestern, Pfleger und Patienten.

Kontakte werden ermittelt

Die Infektion des zweiten Arztes sei erst am 23. März 2020  festgestellt worden. Seine Kontakte müssten erst noch nachvollzogen werden, hieß es.

Anders als die betroffenen Ärzte werden die Kontaktpersonen aber nicht in Quarantäne versetzt. Gesundheitsamtsleiter Eike Hennig: „Wir verzichten hier auf Quarantäne bei dem Krankenhauspersonal, damit die stationäre Versorgung in dem Krankenhaus weiter gewährleistet werden kann."

Statt auf Quarantäne setze man bei den Kontaktpersonen auf strenge Hygieneauflagen. Dazu gehörten das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Dienst, das Führen eines Tagesbuches über den eigenen Gesundheitszustand und ein täglicher Corona-Test. „Wir orientieren uns mit diesen Maßnahmen an einer Handlungsempfehlung der Charité in Berlin und gehen sogar noch darüber hinaus, indem wir acht Tage lang täglich Abstriche bei den Kontaktpersonen vornehmen", sagte Gesundheitsamtsleiter Eike Hennig weiter. Bisher gebe es bei den Kontaktpersonen noch keine positiven Tests.

50 Corona-Fälle in Magdeburg

Einer der betroffenen Ärzte soll nach Volksstimme-Informationen zu einem chirurgischen Bereich gehören und in der vergangenen Woche von Dienstag bis Donnerstag im Dienst gewesen sein. Am Freitagabend hatte dann der positive Corona-Test vorgelegen. Über den anderen betroffenen Arzt liegen keine weiteren Informationen vor.

Hennig begründete den Verzicht auf eine Quarantäne für die Kontaktpersonen damit, dass die Gewährleistung der stationären Versorgung „oberste Priorität" habe. Das Verfahren orientiere sich an Maßnahmen andere Krankenhäuser mit Corona-Fällen und sei „nicht dramatisch, aber besonders", so Hennig weiter.

In Magdeburg gibt  aktuell 50 Corona-Infizierte und etwa 1100 Personen in Quarantäne (Stand 23. März 2020).