Magdeburg l Im städtischen Krankenhaus in Magdeburg-Olvenstedt gibt es unter dem Personal noch einen weiteren Corona-Fall. Am 24. März 2020 wurde bei einem Arzt der Virus festgestellt. Er ist ein Reiserückkehrer aus Italien und hat sich den Erreger mutmaßlich dort eingefangen.

Auch in diesem Fall werden nun alle Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt. Sie erhalten ebenso hygienische Auflagen und müssen dafür nicht wie sonst üblich in Quarantäne gehen.

Am Klinikum Magdeburg sind damit bei drei Ärzten und einem Mitarbeiter aus dem nichtmedizinischen Bereich Corona-Infektionen nachgewiesen worden.

Keine Quarantäne

Klinikumssprecherin Kathleen Radunski verteidigte die Entscheidung, Kontaktpersonen von infizierten Mitarbeitern nicht unter Quarantäne zu stellen. „Wir benötigen das Personal dringend für den Stationsbetrieb." Die hygienische Maßnahmen mit Mundschutzpflicht, einem Gesundheitstagebuch und täglichen Abstrichen sollen verhindern, dass die Kontaktpersonen das Virus weitergeben.

Mehr Schutzmaßnahmen

Das Klinikum hat unabhängig davon schon weitere Corona-Schutzmaßnahmen getroffen. Seit Donnerstag vergangener Woche gilt ein Besuchsverbot. Der Haupteingang ist zudem mit einem Wachschutz abgesichert.

Hinein kommen ins Krankenhaus neben den 1800 Mitarbeitern nur noch Personen, die Kinder unter 16 Jahren besuchen wollen oder werdende beziehungsweise frischgebackene Väter sind, teilte das Klinikum auf Anfrage mit. Inzwischen verhielten sich die Besucher normal und könnten mit der Situation umgehen, wenn sie nicht ins Krankenhaus dürften. Zu Beginn des Besuchsverbotes sei das nicht so gewesen, sagte die Klinikumssprecherin weiter.

Zahl der Intensivbetten erhöht

Grundsätzlich sei aber organisiert, dass Angehörige beispielsweise Sachen für Patienten abgeben können. Nachfragen nach Operationen und andere Absprachen werden aber nur noch telefonisch vorgenommen.  Außerdem bereite sich die Klinik auf mögliche Corona-Patienten vor. Die Zahl der Intensivbetten sei erhöht worden. Über die genauen Zahlen wollte das Klinikum aber keine Auskünfte geben. Zudem seien einige nicht zwingend notwendige Operationen verschoben worden.

Personal wird geschult

 „Die gewonnene Zeit nutzen wir, um unser Personal in die Technik, zum Beispiel die von Beatmungsgeräten, einzuweisen. Einfach nur ein Handbuch lesen, reicht da nicht aus", erklärte Klinikumssprecherin Kathleen Radunski. Weiterhin werde eine Station für Verdachtsfälle vorbereitet. Patienten mit Corona würden derzeit aber noch nicht im Klinikum behandelt.

Unabhängig davon hat die Klinik eine interne Fieberambulanz eingerichtet. Hier werden die Kontaktpersonen der vier infizierten Mitarbeiter täglich auf Corona getestet. eine Infektion lag aber bisher bei keiner der Kontaktpersonen vor.