Konzert

"Faber" in der Factory

Der Schweizer Songwriter Faber röhrte in der Factory Magdeburg im Rio-Reiser-Stil. Mit Schweizerdeutsch und Zweideutigkeit überzeugte er.

Magdeburg l Noch bevor Faber selbst die Bühne betrat, war ein Posaunensolo zu hören – das Instrument, dass ein entscheidendes Element in den Songs des Zürcher Songschreibers einnimmt. In der Factory in Magdeburg zeigte der 23-jährige Sänger mit Rio-Reiser-Stimme, was er draufhat.

Es röhrte aus den Lautsprechern, wenn Faber mit Hingabe seine Songs aus einem Album und zwei EPs zum besten gab. Besonderheit des Zürcher Songwriter: ein sarkastischer Unterton. Gesellschaftskritisch, ehrlich und ohne Blatt vorm Mund beschreibt der die Probleme der Generation Y, die überall beschrien wird. Dabei sieht er – Anzughose, weißes Hemd, Wuschelkopf – selbst eher unscheinbar aus.

Seine Band hingegen war ein Hingucker der interesanten Art: Vom Nerd mit Schnauzbart und großer Brille über einen Sportanzug bis hin zum 70er Jahre Blümchenhemd. Lange Instrumentalteile prägten das Konzert, in denen vor allem klar wurde: Hier sind Männer am Werk, die ihre Arbeit lieben. Jeder von ihnen spielte mindestens zwei Instrumente - der Schlagzeuger teils Posaune mit den Händen und gleichzeitig und Bass Drum mit den Füßen. Wenn die fünf Musiker gemeinsam spielten, wurde es vor allem eins: laut.

„Wir haben so viele Tickets verkauft, dass wir innerhalb der Factory in den großen Raum ziehen mussten", sagt Faber nach den ersten Songs und auch diese Halle war gut gefüllt. Die Magdeburger waren begeistert von den charmanten Musikern, hüpften vor der Bühne im Takt. „Wir haben Faber im vergangenen Jahr kennen und lieben gelernt. Das war unser drittes Konzert und es war großartig – wie immer", sagte Konzertgast Frank Löbig aus Magdeburg.