Fahnenprojekt der Olvenstedter GWA sorgt für Wirbel

Alt-Olvenstedt (mp) l Die im Sommer bestellten Fahnen mit dem Olvenstedter Wappen sind am Montag ausgeliefert worden und sorgen nun für Diskussion. Die Flaggen sind in den Farben Rot und Weiß gehalten und zeigen im Zentrum das Wappen des ehemaligen Dorfes Olvenstedt, das Wappen des Domkapitels Magdeburg sowie ein in Blau gehaltener Wolf in wechselnden Farben. Die Arbeitsgruppe für Gemeinwesenarbeit (GWA) hatte die Möglichkeit gegeben, sich am Fahnenkauf zu beteiligen. 60 Bestellungen gingen ein, die nun im Sportlerheim von Germania Olvenstedt ausgegeben wurden.

Die Geste der Heimatverbundenheit sorgt nun für Wirbel. Das Olvenstedter Wappen soll einst von Staatsarchivar Otto Korn, Mitglied der NSDAP, entworfen und vom Oberpräsident der Provinz Sachsen, Curt von Ulrich, verliehen worden sein. Ulrich soll ebenfalls Mitglied und zudem Reichstagsabgeordneter der NSDAP gewesen sein und Funktionen in der Sturmabteilung (SA), der Schutzstaffel (SS) und der Hitlerjugend (HJ) inne gehabt haben. "Heimatgefühl hin oder her - hätte es kein anderes Wappen sein können? Muss es ausgerechnet dieses von Nationalsozialisten geschaffene und verliehene Wappen sein? Ist Ihnen bewusst, welche Symbolwirkung davon ausgeht, wenn Sie sich diese Fahne in den Vorgarten hängen?", fragte nun die Linksjugend Magdeburg.

GWA-Sprecherin Karola Zedler distanziert davon, nationalsozialistisches Gut zu verbreiten. "Dies war überhaupt nicht der Sinn. Uns geht es darum, den Zusammenhalt, der in Alt-Olvenstedt anzutreffen ist, durch eine Fahne mit dem Olvenstedter Wappen, das seit Jahren bekannt ist, zu symbolisieren. Ich bin überzeugt, dass niemand, der die Flagge bestellt hat, in diese Richtung denkt, wie es nun vorgeworfen wird."

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