Magdeburg l An fünf zentralen Punkten gleichzeitig fällt am 18. Mai 2019 um 10 Uhr der Stadtschuss für eine Fahrradsternfahrt in Magdeburg. Das Motto der Demonstration: „Mehr Platz fürs Rad“. Organisiert wird die Sternfahrt vom Magdeburger Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC).

Politische Botschaft per Rad

Es soll eine durch Magdeburg radelnde politische Botschaft werden. „Der Radverkehr braucht in Magdeburg mehr Raum“, sagt Norman Dreimann, Vorsitzender des ADFC-Regionalverbandes Magdeburg. Immer mehr Menschen in Magdeburg nutzten das Fahrrad als innerstädtisches Verkehrsmittel, die Stadt trage dem aber nicht Rechnung, meint Dreimann.

Magdeburg biete sehr gute Möglichkeiten und beste Voraussetzungen, um ein modernes und von den Bürgern gewolltes Radwegenetz zu schaffen. Das Fahrrad werde zwar von der Politik als wichtiges und sauberes Verkehrsmittel gelobt, bekomme aber bislang nicht den Platz, den es brauche, um den Verkehr zu entlasten und mehr Menschen „aufs Rad zu holen“.

Elf Euro pro Jahr und Bürger

Die Forderung des Fahrradclubs: Elf Euro pro Jahr und Bürger sollte die Stadt in den Radverkehr investieren, 40 Prozent der Magdeburger Verkehrsinfrastruktur sollte dem Radverkehr gewidmet werden, und es sollte einen Radverkehrsbeauftragten für die Stadt geben.

Seit 2012 gibt es in Magdeburg einen jährlichen Fahrradaktionstag. Er werde vom ADFC organisiert, sei aber eigentlich eine Aufgabe der Stadt, so Jürgen Canehl, stellvertretender Vorsitzender des ADFC und Grüner Stadtrat. Per Stadtratsbeschluss sei die Stadt im Jahr 2011 beauftragt worden, den Aktionstag zu organisieren. Dazu gehörte neben einer Sternfahrt auch eine Info-Meile vor dem Hauptbahnhof.

Club nicht Eventmanager der Stadt

„Wir haben uns dann entschlossen, zum Fahrradaktionstag nur noch eine Sternfahrt zu veranstalten“, sagt Canehl. Der Grund dafür sei nicht fehlender Wille oder Überforderung. „Wir sind zu der Auffassung gekommen, dass wir in dieser Sache nicht ,Eventmanager‘ der Stadt sein wollen.“

Wenn die Stadt es mit dem Willen zum Fahrrad erst meine, sollte sie das auch zeigen. Canehl sagte aber auch, dass für den Fahrradaktionstag ein bedeutender Sponsor weggefallen sei, was die Organisation einer großen Info-Meile schwieriger gemacht habe.

Schüler unterstützen Aktionstag

Unterstützung bekommt der Fahrradaktionstag von der Schüler-Bewegung „Fridays for Future“ und vom Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, Hans-Joachim Döring. Radfahren mache nicht nur Spaß, sondern sei auch angewandter Klimaschutz und stärkte die Gesundheit. Magdeburg müsse darauf mit deutlich mehr Aktivitäten zur Stärkung des Radverkehrs reagieren, meint Hans-Joachim Döring.