Magdeburg l Immer entlang der Schrote, schön im Grünen und fernab von Autos – der Börderadweg zwischen Diesdorf und Stadtfeld in Magdeburg ist ohne Frage eine beliebte Route für Fahrradfahrer. Doch was tagsüber sehr idyllisch ist, ist abends und nachts vor allem eins: sehr dunkel. Denn eine Beleuchtung gibt es auf der Strecke bislang nicht.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat will das ändern und hat deshalb entsprechend beantragt, dass die Stadtverwaltung ein Beleuchtungskonzept samt Kostenschätzung erstellen soll. Dem ist sie auch nachgekommen, das Ergebnis liegt nun vor. Allerdings ist das negativ ausgefallen. „Wir empfehlen, das Projekt nicht umzusetzen“, lautet das Fazit des zuständigen Baubeigeordneten Dieter Scheidemann.

Helle Lampen ärgern Nachbarn

Zwei Gründe sprechen demnach gegen eine Beleuchtung. Zum einen habe es in der Vergangenheit Probleme mit Anliegern gegeben, die über eine neue Wegebeleuchtung wenig begeistert waren. Bekanntes Beispiel sind Anwohner der Rotkehlchenstraße, die sich über zu helle Laternen an einer Grünanlage beschwert hatten. Dort sollte mit „Lampenschirmen“ nachgebessert werden. Weitere Beispiele für dieses Argument sind zumindest öffentlich bislang nicht bekannt geworden.

Außerdem wiegt aus Sicht der Verwaltung der Schutz von Insekten schwer. „Der mittlerweile hinreichend nachgewiesene schädliche Einfluss nächtlicher Beleuchtung auf die Insekten, gerade in städtischen Parkanlagen, sollte neben der nicht gesicherten Finanzierung Grund dafür sein, das Projekt in der Priorität niedrig einzustufen“, erklärt Dieter Scheidemann weiter.

Beleuchtung kostet 620.000 Euro

Denn kosten würde die Beleuchtung zwischen Hannoversche Straße und Europaring 620.000 Euro. Obwohl sie gegen die Umsetzung ist, hat die Verwaltung, wie vom Rat gefordert, ein Konzept erstellt. Der erste Bereich bis zum Schroteanger könnte mit bereits freigegebenen Mitteln für den Radwegebau in diesem und nächstem Jahr umgesetzt werden. Die übrigen 480.000 Euro müssten im Anschluss zusätzlich in den Haushalt eingestellt werden.

Ob es dazu kommt oder die ablehnende Haltung der Verwaltung zählt, entscheidet der Stadtrat im September 2019.