Magdeburg l Für seine Sitzung am 23. Januar 2020 hat der Magdeburger Stadtrat auch die Goethestraße auf der Tagessordnung stehen. Hintergrund ist ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen Grüne/future! und SPD. Die seit September 2019 geltende Fahrradstraßenregelung räumt den Zweiradfahrern auf dieser Strecke Vorrang gegenüber den Autofahrern ein. Das bedeutet auch, dass Radfahrer nebeneinander fahren dürfen und für Autofahrer keinen Platz machen brauchen.

Verwirrung durch Tempo-30-Piktogramme

Seitdem allerdings die Tempo-30-Schilder verschwunden sind, scheinen einige Fahrer zu vergessen, dass hier dennoch Tempo 30 gilt. Daher wollten die grünen und sozialdemokratischen Politiker, dass Tempo-30-Piktogramme auf der Fahrbahn ergänzt werden. Geht nicht, hieß es dazu aus dem Baudezernat: Dies könnte Autofahrer verwirren, die dann vergessen, dass die Radfahrer Vorfahrt haben.

Davon wiederum lassen sich die Initiatoren nicht beeindrucken – sie fordern statt der Tempo-30-Piktogramme jetzt kurzerhand weitere Fahrradstraßen-Piktogramme in der Goethestraße.

Dem hatte zwar Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt entgegengehalten, dass man den Test, als welcher die Fahrradstraßenregelung in der Goethestraße ja erst einmal ausgelegt ist, zunächst laufen lassen solle. Und man solle bedenken, dass jedes der Piktogramme rund 300 Euro kostet.

Mehr Wissen bei allen Verkehrsteilnehmern

Dem hielt aber beispielsweise Die-Linke-Stadtrat René Hempel entgegen, dass es wichtig ist, nicht nur an den Einfahrten der Straße zu verdeutlichen, welche Regeln hier gelten. Auch SPD-Stadtrat Falko Grube meinte, dass sich die Verkehrsteilnehmer erst einmal an die Fahrradstraße gewöhnen müssen und daher eine zusätzliche Markierung sinnvoll wäre. Mirco Stage (future!) sieht hier eine Notwendigkeit, bei allen Verkehrsteilnehmern das Wissen auszubauen.

CDU-Stadtrat Reinhard Stern gehört derweil zu denen, die neue Piktogramme anscheinend nicht an oberster Priorität sehen: „Ich fahre dort täglich, hatte aber noch keine Probleme.“ Vielmehr müsse auch am Wissen einiger Radfahrer gearbeitet werden, die weiter auf dem Fußweg fahren – obwohl inzwischen dank der Fahrradstraße noch viel weniger ein Grund dazu besteht als in den Jahren zuvor, als die Goethestraße „nur“ eine Tempo-30-Strecke war.

Nachdem der Bauausschuss den Vorstoß zu mehr Fahrradstraßen-Piktogrammen auf der Fahrbahn in seiner Januarsitzung mit fünf Ja-Stimmen und vier Enthaltungen befürwortet hat, hat der Stadtrat das letzte Wort. Dieser berät am Donnerstag im Alten Rathaus, je nach dem Tempo der Beratungen auch noch am darauffolgenden Montag.