Richtfest

Feier für ersten Neubau auf Polizeigelände Magdeburg

Rund 151 Millionen Euro sollen in den Standort der Polizei zwischen Hallischer und Sternstraße investiert werden. Mit dabei ist das Gebäude A1.

Von Martin Rieß
Plan für das gesamte Gelände der Polizei am Hasselbachplatz in Magdeburg: Vorn rechts die Eisenbahnstrecke, vorn links die Hallische Straße mit dem derzeit entkernten Gebäude, in dem zuletzt das Polizeirevier untergebracht war. Richtfest gefeiert wurde jetzt für Gebäude A1, das am oberen Rand der Grafik zu sehen ist und das zur Sternstraße grenzt.
Plan für das gesamte Gelände der Polizei am Hasselbachplatz in Magdeburg: Vorn rechts die Eisenbahnstrecke, vorn links die Hallische Straße mit dem derzeit entkernten Gebäude, in dem zuletzt das Polizeirevier untergebracht war. Richtfest gefeiert wurde jetzt für Gebäude A1, das am oberen Rand der Grafik zu sehen ist und das zur Sternstraße grenzt. Foto: Martin Rieß/Visualisierung: arc architekturconzept/hks architekten/BLSA

Magdeburg - Ein wenig hatte das Gelände der Polizei zwischen Hallischer und Sternstraße etwas von einem kleinen, hässlichen Entlein: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte es zum schlechtesten Dienstgebäude in ganz Deutschland erklärt, und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper berichtete von seinem Gefühl, in ein seit DDR-Zeiten unberührtes Umfeld einzutauchen, wenn er hier Termine zu absolvieren hatte. Doch das Gelände mit historischen Kasernengebäuden und Freiflächen ist auf dem Weg zum stolzen Schwan, zu einem Standort für verschiedene Bereiche der Polizei auf modernstem Stand. Mit dem Richtfest für den ersten Neubau auf dem Gelände feierten Bauerherren, Bauleute und künftige Nutzer am 5. August 2021 den Abschluss einer Etappe auf einem langen Weg.

Denn viel zu tun ist auch in den kommenden Jahren, berichtete Andreas Grobe, Geschäftsführer des Landesbetriebs Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt (BLSA). Er berichtete: „Eine der Herausforderungen auf dem Gelände ist es, während des laufenden Betriebs zu bauen.“ Zwar sind einige Bereiche der Polizei für die Zeit der Arbeiten ausgelagert – viele Polizisten tun aber nach wie vor ihren Dienst in jenen Gebäuden, in denen eben nicht gebaut wird.

Alles im Plan

Eine andere Herausforderung: Mit den Überraschungen, mit denen jeder Bauherr rechnen muss, zurechtzukommen. Unter anderem wurden beim Bau bronzezeitliche Gräber und damit älteste Siedlungsspuren Magdeburgs entdeckt und archäologisch untersucht und gesichert. Mit so etwas, so der BLSA-Chef, müsse man aber rechnen. Und da man mit so etwas rechnen konnte, war für die Bauleute in der Zeit der Untersuchungen an anderen Stelle genug zu tun.

Nicht unbedingt gerechnet hatte er mit Schadstoffbelastungen im Gebäude 4 an der Hallischen Straße, da derzeit komplett entkernt ist. Vor diesem Hintergrund ein Grund mehr zur Zufriedenheit: Derzeit liegen die Arbeiten im Wesentlichen sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen. Andreas Grobe sagt: „Ob dies aber bis zum Ende des Projekts durchzuhalten ist, ist offen: Es ist ja auch aus der Volksstimme bekannt, wie die Kosten am Bau in die Höhe geschnellt sind.“

Nähe bringt Synergien

Staatssekretär Rüdiger Malter lobte das Vorhaben nicht allein aus dem Grund, da es den Bereich das Gebiet städtebaulich aufwertet. Er sagte auch: „Da hier Bereiche der Polizeiinspektionen Magdeburg und Zentrale Dienste konzentriert werden, wird es hier Synergien dank kurzer Wege geben.“ Kurze Wege lobte in diesem Zusammenhang auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper: „Der Hasselbachplatz ist ja gleich um die Ecke.“

Für die künftigen Nutzer beim Richtfest dabei war auch Jens Isensee. Er ist Projektleiter für den Führungsstab der Polizei Magdeburg und sagte: „Gerade was die Funktionsräume angeht, werden unsere Vorschläge berücksichtigt. Das freut uns natürlich sehr.“ Und Peter Reisse, Direktor der Poleiinspektion Zentrale Dienste, ist auch optimistisch: „Die allermeisten im Polizeidienst Beschäftigten werden die modernen Räume und das Umfeld sehr zu schätzen wissen.“

Das Projekt

Haus A 1: Rund 200 Bedienstete werden im Gebäude A1 ihre Tätigkeit in mehreren Bereichen der Polizeiarbeit versehen. Ihnen stehen verschiedene Büro- und Funktionsräume zur Verfügung. Das Gebäude soll Anfang 2023 übergeben werden. Die Liegenschaft wird zukünftig sowohl von der Polizeiinspektion Magdeburg als auch von der Polizeiinspektion Zentrale Dienste Sachsen-Anhalt genutzt werden.

Das Gelände: Insgesamt entstehen auf dem Gelände im Zentrum der Stadt drei neue Häuser. Fünf Gebäude werden umfassend saniert, die Freianlagen werden komplett neugestaltet. „Die Baumaßnahme ist damit die größte für die Landespolizei und eines der größten Bauprojekte für das Land Sachsen-Anhalt“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Innenministerium. Am Standort sollen insgesamt einmal rund 1000 Menschen arbeiten. Neben Büros und Funktionsräumen entstehen unter anderem eine neue Sporthalle, ein Parkhaus sowie Arbeitsräume für die Kriminaltechnik. Umfassend modernisiert wird außerdem der Zentrale Polizeigewahrsam (ZPG). Für Anfang 2026 ist die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme geplant.

Tradition beim Richtfest: Die Prominenz versucht sich am Einschlagen von Nägeln. Mit dabei: BLSA-Geschäftsführer Andreas Grobe (v.l.), Staatssekretär Rüdiger Malter, Oberbürgermeister Lutz Trümper und Christoph Heil, Geschäftsführer des Bauunternehmens Otto Heil.
Tradition beim Richtfest: Die Prominenz versucht sich am Einschlagen von Nägeln. Mit dabei: BLSA-Geschäftsführer Andreas Grobe (v.l.), Staatssekretär Rüdiger Malter, Oberbürgermeister Lutz Trümper und Christoph Heil, Geschäftsführer des Bauunternehmens Otto Heil.
Foto: Martin Rieß
Den Richtspruch trägt Helmut Rosin, Polier des Unternehmens Otto Heil aus Taucha, vor.
Den Richtspruch trägt Helmut Rosin, Polier des Unternehmens Otto Heil aus Taucha, vor.
Foto: Martin Rieß
Haus A1 wird an der Sternstraßein Magdeburg einen attraktiven Eingangsbereich zur Polizeiinspektion bieten. Mit dem Neubau wird an dieser Stelle eine städtebauliche Lücke geschlossen.
Haus A1 wird an der Sternstraßein Magdeburg einen attraktiven Eingangsbereich zur Polizeiinspektion bieten. Mit dem Neubau wird an dieser Stelle eine städtebauliche Lücke geschlossen.
Foto: Martin Rieß