Magdeburg l Klaus Zimmermann ist Finanzchef der Stadt Magdeburg. Der Haushalt der Stadt weist ein Minus von über 30 Millionen Euro aus. Im Interview spricht Zimmermann über den Magdeburger Stadthaushalt in Krisenzeiten. Themen sind unter anderem die Finanzierung des Schülertickets und Sozialausgaben. Den vollständigen Beitrag können Sie in unserem E-Paper lesen.

Volksstimme: Schlafen Sie noch ruhig in diesen Zeiten?

Klaus Zimmermann: Ja. Es wäre schlimm, wenn ich das persönlich nehmen würde. Es ist eine für die Stadt sehr belastende Situation, für mich aber nicht neu. Wenn wir 20 Jahre zurückblicken, da hatten wir eine ähnliche Situation. Heute ist es nicht weniger dramatisch. Wir werden uns intensiv damit auseinandersetzen müssen, wie wir nach der Pandemie die Schieflage wieder geradegerückt bekommen.

Sie beschreiben in den Erklärungen zum Haushaltsentwurf die Corona-Pandemie als eine nach 1945 nie dagewesene Krise für die Landeshauptstadt. Ist das nicht etwas überdramatisiert?

Ich meine das haushalterisch, aber auch mit Blick auf die Stimmungslage. Zur Haushaltskrise in der Jahrtausendwende haben wir weiter am Aufbau von Magdeburg gearbeitet. Da war noch Euphorie aus der Wendezeit dabei. Dann hat uns die Finanzkrise zurückgeworfen, aber wir haben sie schnell überwunden. Die jetzige Krise ist lang anhaltend und geht viel stärker in die Breite, betrifft die Wirtschaft enorm. Die Stimmung, die durch den Shutdown im Frühjahr und auch jetzt entsteht, lässt das öffentliche Leben stark leiden. Die Hoffnung, dass das nächstes Jahr ein Ende findet, schwindet. Ich weiß nicht, wie die Ertragssituation sich in den nächsten Jahren gestaltet.

Mit welchen Lasten kalkulieren Sie 2021 in Auswirkung der Corona-Pandemie?

Mit Mehrbelastungen von rund acht Millionen Euro über alle Bereiche: Messen, Veranstaltungen, Elbauenpark, Tourismus, Schulen, Gesundheit, Soziales, Kultur, wo wir überall Mehrausgaben haben.