Magdeburg l „Liebe Gäste, wir haben geschlossen“, steht am Eingang zum „Mephisto“. Das Restaurant im Schauspielhaus Magdeburg hatte bereits im Juli 2019 die Segel gestrichen. Dabei war es erst gut zwei Jahre zuvor eröffnet worden. Das Theater Magdeburg sucht nun aktiv nach einem Nachfolger für die Gastronomie.

Nach Angaben von Christine Villinger, Sprecherin des Theaters Magdeburg, erfolgte die Trennung von dem Pächter „in beiderseitigem Einvernehmen“. Zugleich lässt sie aber durchblicken, dass nicht alles reibungslos ablief. „Die gastronomische Versorgung hat leider selten funktioniert“, sagt sie. Das falle dann auch immer auf das Theater zurück. Zudem sei der Zustand, in dem das Objekt hinterlassen wurde, „mehr als traurig“.

Geschäftspartner gestorben

Mirko Stage, umtriebiger Magdeburger Kulturmacher, hatte das „Mephisto“ vor über zwei Jahren gemeinsam mit zwei Freunden ins Leben gerufen. „Wir haben bis dahin immer Event-Catering gemacht und wollten einen festen Standort haben“, erzählt er. Zunächst habe alles funktioniert. „Es war eine schöne Zeit gewesen“, erinnert er sich. Im April 2018 starb aber unerwartet einer seiner beiden Geschäftspartner. „In der Zeit danach mussten wir uns eingestehen, dass wir es nicht mehr hinkriegen“, sagt Stage.

Daraufhin haben er und der zweite Geschäftspartner die gleichnamige Firma hinter dem „Mephisto“ an die Erbin des verstorbenen Freundes verkauft. Seit September 2018 war diese ebenfalls mit zwei Partnern verantwortlich gewesen. Sie selbst war für die Volksstimme am Donnerstag nicht zu erreichen. Ihr Geschäftspartner Oliver Martin hat aber eine Stellungnahme abgegeben.

Enttäuscht von Magdeburger Szene

Er sieht das Scheitern als Standortproblem. „Es ist zu weit weg vom Hasselbachplatz“, sagt der Leipziger. Bis zum Schauspielhaus kämen kaum Nachtschwärmer und nur von Theaterbesuchern könne eine Gastronomie nicht wirtschaftlich betrieben werden. „Ich bin ein bisschen enttäuscht von der Magdeburger Szene“, sagt er. Deshalb habe man bereits Anfang 2019 mit dem Theater über eine Auflösung des Pachtvertrags gesprochen. Auch er sagt, dass es eine gemeinsame Entscheidung war.

Für Mirko Stage ist die Schließung „traurig“, da er auch gerne als Gast weiter in das von ihm mit aufgebaute Restaurant gegangen wäre. Er glaubt, dass es für einen neuen Pächter eine Herausforderung werden wird. „Ein gutes Konzept ist notwendig“, meint er. Die Negativ-Schlagzeilen rund um den Hassel machten die Situation nicht besser.

Theater schreibt Pachtvertrag aus

Das Theater hat den Pachtvertrag jetzt ausgeschrieben. Noch bis zum 27. September 2019 können sich Interessenten melden. Das Angebot umfasst das Restaurant mit Biergarten, den Barbetrieb im Foyer sowie die Kantine für die Mitarbeiter. Gesucht wird ein Gastronom, der das Restaurant „wirtschaftlich erfolgreich und auf hohem gastronomischen Niveau betreiben und damit die Besucher und die Mitarbeiter des Theaters Magdeburg professionell versorgen“ kann. Eine „enge Zusammenarbeit mit der Theaterleitung“ und ein „qualitätsvolles Angebot im gehobenen Kulturambiente“ werden u. a. erwartet. „Wir hoffen darauf, dass es Anfang des kommenden Jahres weitergeht“, sagt Christine Villinger.

2015 hatte das langjährige Restaurant „Porten“ seine Türen für immer geschlossen. Eine Spielzeit blieb das Schauspielhaus ohne Gastronomie.