Magdeburg l Er ist Veranstalter und Clubbesitzer, DJ und Moderator. Bereiche, die stark von den Corona-Beschränkungen betroffen sind. In Zeiten der Pandemie hat Stephan Trappe quasi viele „Baustellen“. Nun kommt eine weitere hinzu – die Baustelle des einstigen „Blauen Bock“. Dort, wo die Städtischen Werke Magdeburg ihr neues Domizil errichten, erwächst Trappes fünftes Standbein. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Pandemie ihm bereits den Boden unter seinen anderen Standbeinen weggezogen hat, plant er die Eröffnung eines Restaurants. Ein Restaurant, das er vorerst nicht öffnen darf.

1,5 Millionen Euro nahm Trappe, der das Lokal mit seinem Kollegen Daniel Heuer betreibt, in die Hand, um Ausbau und Einrichtung zu finanzieren. Abgesehen von einem Café, das er ein paar Jahre führte, bringe er zudem keine Gastroerfahrung mit. Muss er letztlich auch nicht. Sein Restaurant gehört zu einer Kette – „Peter Pane“, ein Burgergrill mit Cocktailbar. Trappes Restaurant in Magdeburg wird die 42. „Peter Pane“-Filiale sein, die es in Deutschland gibt.

Insgesamt 426 Quadratmeter stehen zur Verfügung, 199 Gäste finden Platz. 40 Mitarbeiter warten auf ihren Einsatz, 26 davon fest angestellt. Längst hätte Stephan Trappe eröffnen wollen. Anvisiert war eigentlich ein Auftakt im September. Das Coronavirus wusste es jedoch zu verhindern. Nicht nur, dass die Gastronomen strengen Auflagen unterlagen, auch der Ausbau stockte. Verzögerungen bei Materiallieferungen und fehlende Bauarbeiter bremsten den Baufortschritt.

Auch der zweite Eröffnungstermin, der für Donnerstag geplant war, platzt. Da aller guten Dinge drei sind, nimmt er nun am 13. Januar 2021 erneut Anlauf. „Da ich davon ausgehe, dass die Corona-Auflagen bis dahin nicht aufgehoben sind, wird es erst mal ein Soft-Opening geben“, erzählt er. Und auch der neue Firmensitz der Städtischen Werke werde bis dahin nicht fertiggestellt sein. „Ich schätze, dass wir einen Tunnel durch die Baustelle ins Restaurant bauen müssen.“ Dennoch ist Stephan Trappe zuversichtlich. Und ein bisschen abenteuerlustig ist der Inhaber des Clubs „Buttergasse“ (ehemals First Club) und Veranstalter des diesjährigen Autokinos auf dem Kleinen Stadtmarsch und des Streetfood-Festivals auf dem Domplatz sowie vergangener „Love Music“-Festivals ohnehin.

Die Entscheidung zur Restauranteröffnung habe er trotz schwieriger Zeiten in keiner Minute infrage gestellt. Auch die Corona-Pandemie und damit einhergehende Schließungen oder Auflagen ließen ihn nicht zweifeln. Grund sei nicht zuletzt sein Freund und Inhaber der Restaurantkette, Patrick Junge. Innerhalb kürzester Zeit habe dieser das Konzept auf den Außer-Haus-Betrieb umstellen können und trotzdem 60 Prozent des Geschäftes eingefahren, erzählt Trappe. Das erhoffe er sich nun auch.