Magdeburg l Die Volksstimme hatte in ihrer Heiligabendausgabe 2020 berichtet, dass es in Magdeburg im Oktober sehr viel mehr Neugeborene als noch ein Jahr zuvor gegeben hatte. Grünen-Stadtrat Jürgen Canehl sagte dazu im Bildungsausschuss: „Mit Freude habe ich von dem Kinderboom in Magdeburg gelesen. Noch bevor jene Kinder zur Welt kommen, die im Lockdown gezeugt wurden, hatten wir eine Steigerung um 56 Prozent.“

Allgemeine Schlüsse wollte Magdeburgs Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz aus dieser Entwicklung jedoch noch nicht ziehen. „Wir müssen da auf den Jahresschnitt schauen“, sagte die Grünenpolitikerin.

Aufschwung im Dezember

Und tatsächlich stellt sich die Zahl nicht eindeutig dar: Im November waren mit 164 Neugeborenen 19 Kinder weniger als noch ein Jahr zuvor gemeldet worden. Im Dezember wiederum gab es erneut einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Mit 164 Mädchen und Jungen kamen 29 Kinder mehr als noch im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 zur Welt.

Von Bedeutung ist für die Kommunalpolitiker die Entwicklung nicht zuletzt vor dem Hintergrund, als dass sie dafür sorgen müssen, dass es in den kommenden Jahren genügend Plätze in Kindertagesstätten und Schulen gibt. SPD-Stadtrat und Ausschussvorsitzender Hausmann sagte: „Wir müssen das Thema auf jeden Fall genau im Blick behalten.“

Selbst wenn sich die Zahlen der Geburten auf einem höheren Niveau als in den vergangenen Jahren einpegeln sollten – die Zahl der Sterbefälle in Magdeburg liegt dennoch deutlich darüber. Wenn die Stadt also nicht noch deutlicher an Einwohnern verliert, dann liegt es derzeit trotzdem nich daran, dass Menschen in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ziehen - zum Beispiel der Liebe wegen oder um eine Familie zu gründen.