Magdeburg l Weltweit wurde am 27. Januar 2020 der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am Mahnmal „Magda“ in Magdeburg-Rothensee trafen sich Magdeburger, Vertreter politischer Parteien sowie der Synagogengemeinde Magdeburg, der liberal jüdischen Gemeinde, der evangelischen und katholischen Kirche, um gemeinsam an die Opfer der Gräueltaten zu erinnern. Auch Oberbürgermeister Lutz Trümper legte gemeinsam mit Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und Ministerpräsident Reiner Haseloff einen Kranz nieder.

„Gerade in Zeiten, in denen sogenannte Fakenews zur Normalität und Lügen für den ein oder anderen zur Realität werden, in denen es immer noch entschiedene Leugner des Holocaust gibt, müssen wir gemeinsam und engagiert dafür eintreten, dass nicht vergessen wird, was wir nicht vergessen dürfen“, mahnte Lutz Trümper in seiner Ansprache.

Mahnmal von Künstlern geschaffen

Das Mahnmal „Magda“ in der Havelstraße, Ecke Heinrichsberger Straße wurde 2001 von dem Metallplastiker Peter Hinz und dem Schriftsteller Jürgen Rennert geschaffen. Es erinnert an das KZ-Außenlager „Magda“, das sich 1944/45 in unmittelbarer Nachbarschaft befand. Ab Juni 1944 waren 2170 zumeist ungarische Juden des Konzentrationslagers Buchenwald in das KZ-Außenlager in Magdeburg-Rothensee überführt und zur Schwerstarbeit für die Braunkohle-Benzin AG (Brabag) gezwungen worden. Die Gefangenen mussten unter anderem Baumaterialien transportieren, Straßen und Gleise reparieren, Blindgänger entschärfen und Luftschutzbunker bauen. „Und das selbst bei tosendem Fliegeralarm, dem Bombenregen schutzlos ausgeliefert“, sagte Trümper.

Bis zur Auflösung des Lagers im Februar 1945 kamen hier 550 Häftlinge ums Leben.

Erinnerung wachhalten

In Deutschland wurde der 27. Januar bereits 1996 zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust bestimmt. Die Vereinten Nationen erklärten diesen Tag 2006 zum Internationalen Tag des Gedenkens. „Dem Vergessen entgegenzuwirken, dafür sind Tage wie der heutige unabdingbar“, erklärte Trümper. Es brauche jedoch noch weitere Aktionen und Maßnahmen, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. „Die Geschehnisse sollten in unserem Gedächtnis und dem der nachfolgenden Generationen fest verankert bleiben“, so der Rathauschef.

Am Montag vor genau 75 Jahren wurden die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit.