Magdeburg l „Ich kann es immer noch kaum fassen“, sagt Charlotte Kliem. Sprachlos sei sie gewesen in dem Moment, in dem ihr Name verlesen und ihr bewusst wurde, dass sie den ersten Platz des bundesweiten Geografie-Wettbewerbs erreicht hatte. Noch dazu in englischer Sprache.

Die 14 Teilnehmer aus zehn Bundesländern mussten zwei Klausuren zu den Themen „Globale Stadt London“ und „Leben in der Nähe des Vulkans Vesuv“ schreiben. Es gab einen Multiple-Choice-Test zu komplexen geografischen Strukturen. Außerdem kartierten sie die Struktur einer Straße in der Nähe der Jugendherberge in Braunschweig.

Auslandsjahr in England

Wie sie sich auf diese Prüfungsaufgaben vorbereitet hat? „Kurz vorher habe ich mal in meine Bücher geguckt“, erzählt die Schülerin des Hegel-Gymnasiums in Magdeburg. Ihre Geografie-Lehrerin hatte außerdem ein paar Tipps für sie parat. Aber so richtig gut könne man sich nicht vorbereiten, da man nicht wüsste, welche Themen abgefragt werden. „Ich habe gerade erst ein Auslandsjahr in England verbracht und reise viel, das hilft auf jeden Fall.“

Dass sie überhaupt an dem Wettbewerb teilnahm, hat sie ihrer Lehrerin zu verdanken. Sie beschloss nämlich, dass die bilinguale Klasse des Gymnasiums sich an den englischsprachigen Aufgaben versuchen sollte.

Sachsen-Anhalts Beste

Charlotte Kliem gewann nicht nur an ihrer Schule, sondern war auch in Sachsen-Anhalt die Beste. „Das kam alles komplett unerwartet“, erzählt die 18-Jährige.

Zumal Geografie nie zu ihren Hauptinteressen gehörte. „Nach dem Abi möchte ich auch nichts mit Geografie machen, auch wenn meine Eltern sagen, dass man da jetzt mal drüber nachdenken müsste“, sagt Charlotte Kliem lächelnd. Ein Studium im Bereich visuelle Kommunikation sei schon eher was für sie. In ihrer Freizeit fotografiert sie gerne und schreibt an ihrem Internet-Blog.

Olympiade in Istanbul

Erst mal heißt es jedoch: Lernen für die 17. Internationale Geografie-Olympiade, die im Sommer in Istanbul stattfindet. Dabei bilden die vier Finalisten des bundesweiten Wettbewerbs das Team, das für Deutschland teilnehmen wird. „Da ist schon ziemlich viel Druck dahinter. Was auch gut ist, denn dann macht man auch etwas dafür“, meint die Schülerin. Vor allem als Erstplatzierte empfinde sie eine besondere Verantwortung.

Vorbereiten kann sich das „Team Deutschland“ unter anderem durch das Lösen von Aufgaben, die es regelmäßig zugeschickt bekommt. Demnächst treffen sie sich dann in Leipzig wieder, wo ein Wochenende lang intensiv Geografie gebüffelt wird.

Doch unabhängig davon, wie erfolgreich die Lernerei sein wird und wie das Ergebnis am Ende ausfällt – Charlotte Kliems Familie und Freunde sind jetzt schon wahnsinnig stolz auf sie.