Magdeburg l „Ja, am Montag geht es los“, bestätigt Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra den lange geplanten Start der Sanierung des Strandbades Barleber See. Bis zuletzt hatte es Skepsis darüber gegeben, ob der von der Verwaltung eng gesteckte Zeitplan gehalten werden kann. Von erneuter Verschiebung des Beginns war immer wieder die Rede, da ursprünglich schon von einem Start im März ausgegangen worden war. Doch vor gut zwei Wochen waren die Vergabe-Beschlüsse im zuständigen Ausschuss einstimmig angenommen worden, so dass die beauftragten Firmen am 3. Juni 2019 ihre Arbeit aufnehmen können.

Diese besteht darin, in den kommenden Wochen über 1000 Tonnen Aluminiumsalz in den See zu bringen. Täglich zieht dazu ein Boot seine Bahnen auf dem Wasser, um nach und nach die vorher errechnete Menge abzuladen. Da es nur maximal 15 Tonnen pro Tag sein dürfen, dauert diese Prozedur voraussichtlich 67 Tage, also bis Mitte August. Das Aluminiumsulfat bildet dabei eine Deckschicht auf dem Seegrund ähnlich eines Klebstoffs. Außerdem entfernt es auch das bereits im Wasser gelöste Phosphor.

Das Verfahren wurde bereits 1986 einmal mit Erfolg angewandt, hielt aber „nur“ 30 Jahre. Denn seit dem Sommer 2016 treten verstärkt die gefährlichen Blaualgen (eigentlich Cyanobakterien) im Barleber See auf. Ihr Hauptnährstoff ist der Phosphor, der bis dato in hoher Konzentration im Wasser zu finden ist. Bei der Wiederholung der Sanierungsmaßnahme soll nun die doppelte Menge des Salzes ausgebracht werden.

Aktuelle Infos im Internet

Bereits am 11. Mai startete die diesjährige Freibadsaison in allen städtischen Strand- und Freibädern. Anders als in den Vorjahren, als bei jedem Badeverbot die Pressestelle der Stadt separat informiert hatte, wird das in diesem Jahr nicht passieren, kündigt Kerstin Kinszorra an. Über die Aushänge vor Ort sowie auf der Internetseite der Stadt unter www.magdeburg.de können sich die Badegäste tagesaktuell informieren, erklärt sie. Die Badewasserqualität wird seit dem Vorjahr vom Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) überwacht.

Für ein generelles Badeverbot gibt es vorerst keinen Grund, auch die Sanierungsmaßnahme soll keinen Einfluss auf das Badevergnügen haben. Angesichts der aktuell wieder hohen Temperaturen ist es aber möglich, dass sich erneut verstärkt Blaualgen bilden können.

„Das Auftreten wird nicht zu vermeiden sein“, hatte der zuständige Beigeordnete Matthias Puhle schon vor Saisonstart angekündigt. Auch Badeverbote könnten nicht verhindert werden. Im Vorjahr war das Baden an insgesamt 17 Tagen nicht möglich.

Gefahr von Krämpfen

Die Blaualgen können je nach Art Hautreizungen, allergische Reaktionen, Muskelzittern, Atembeschwerden und Muskelkrämpfe auslösen. Insbesondere Kinder sind gefährdet, da die Auswirkungen vom Körpergewicht abhängig sind. Je leichter der Betroffene ist, desto bedrohlicher ist die jeweilige Konzentration. Bei einem nur leichten Algenbefall werden Duschen am Badestrand aufgestellt, die nach dem Baden benutzt werden sollen.